Berufsunfähigkeitsversicherung – Azubi

Berufskraftfahrer auf der Autobahn

Die gesetzliche Absicherung von Azubis ist ungenügend.

Wer eine Ausbildung beginnt, macht sich über eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit meist keine Gedanken. Doch für einen Azubi ist der BU-Schutz besonders wichtig. Denn selbst wenn ein Auszubildender nicht nur berufsunfähig sondern sogar erwerbsunfähig wird, hätte er im ersten Ausbildungsjahr nur bei Erwerbsunfähigkeit infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit Anspruch auf die ohnehin viel zu geringe gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr erweitert sich der Schutz auch auf Freizeitunfälle und Krankheiten. Für die Berechnung der Erwerbsminderungs­rente werden dann jedoch nur 75% des Durchschnitts­verdienstes aller Versicherten angesetzt, so dass die Höhe der gezahlten Rente zwangsläufig unterdurchschnittlich ausfallen muss.

Auszubildende sind jung und haben dadurch meist einen noch guten Gesundheitszustand.

Damit haben Azubis die besten Voraussetzungen, eine umfassende Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Risiko­zuschläge oder Leistungs­ausschlüsse zu bekommen. Allerdings hängt der Beitrag auch vom Berufsziel der Ausbildung ab. Während der BU-Schutz für Azubis typischer Büroberufe relativ günstig ist, ist er für Azubis handwerklicher Berufe meist schon unbezahlbar. Dies gilt beispielsweise auch für zukünftige Berufskraftfahrer. Viele Gesellschaften versichern den Azubi eines sogenannten Risikoberufs häufig auch nur bis zum 55.  oder 60. Lebensjahr. Dann bleiben gerade die Zeiten mit dem höchsten BU-Risiko unversichert.

Tipp

Wer einen Beruf mit handwerklicher bzw. schwer körperlicher Tätigkeit oder einen anderen Risikoberuf erlernen will, sollte seine Berufsunfähigkeitsversicherung besser noch als Schüler abschließen. Dann ist der Beitrag noch deutlich niedriger und auch ein Versicherungsschutz bis zum 65. oder 67. Lebensjahr möglich!

Achten Sie auf vollwertigen BU-Schutz – auch während der Ausbildung.

Nicht alle Versicherungsgesellschaften bieten mit ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung Azubis vollwertigen BU-Schutz. Einige Versicherer reduzieren den Versicherungsschutz während der Ausbildungszeit durch eine so genannte EU-Klausel auf eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, andere verzichten im Falle einer Berufsunfähigkeit während der Ausbildung nicht auf die abstrakte Verweisung. Beides ist nicht akzeptabel. Es gibt aber genügend gute BU-Tarife, bei denen während der Ausbildungszeit das Risiko versichert ist, die begonnene Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht abschließen zu können. In den Versicherungsbedingungen steht dann beispielsweise:

Bei Auszubildenden liegt Berufsunfähigkeit vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, sechs Monate ununterbrochen außerstande gewesen ist oder voraussichtlich sechs Monate außerstande sein wird, ihre zuletzt betriebene Berufsausbildung so, wie sie ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, fortzusetzen. Berufsausbildung ist ein berufliches Ausbildungsverhältnis im Sinne des Berufsbildungsgesetzes.

Eine gute Nachversicherungsgarantie ermöglich später eine problemlose Erhöhung.

Die maximal versicherbare BU-Rente für Azubis liegt je nach Versicherer zwischen 750 und 1.500 €. Wer seinen BU-Schutz später seinem wachsenden Bedarf anpassen möchte, sollte beim Abschluss der BU-Versicherung darauf achten, dass der Tarif eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung – und möglichst auch ohne erneute Prüfung des Berufs- und Freizeitrisikos – ermöglicht. Anderenfalls könnte der Versicherer bei der Nachversicherung beispielsweise prüfen, ob die versicherte Person die Lehre abgebrochen hat und inzwischen einen risikoreicheren Beruf ausübt. Dies könnte dann eine Erhöhung der versicherten BU-Rente deutlich teurer oder gar unmöglich machen.

Vorsicht bei Tarifen mit reduzierten Anfangsbeiträgen.

Da das Einkommen eines Azubi eher niedrig ist, bieten einige BU-Versicherer spezielle Tarife für junge Leute an, bei denen die Beiträge zunächst angenehm niedrig sind – später aber um so höher werden. Wer einen solchen Tarif angeboten bekommt, sollte genau prüfen, ob auch die später umso höheren Beiträge bezahlbar sind. Die frühzeitige BU-Absicherung mit ihren ganzen Vorteilen wäre umsonst gewesen, wenn der Vertrag irgendwann aus finanziellen Gründen gekürzt oder gar gekündigt werden muss. Deshalb favorisieren wir die klassischen Tarife mit konstanten Beiträgen über die gesamte Versicherungsdauer. Diese sind über die gesamte Versicherungsdauer gesehen teilweise deutlich preiswerter! Und vielleicht erhalten Sie für die Zeit der Ausbildung für diese sinnvolle Investition einen kleinen Zuschuss oder eine zinslose Leihgabe von den Eltern. Augenzwinkern

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