04.06.2014 (überarbeitet am 15.10.2016)

Eine Nachversicherungsgarantie ohne Gesundheitsprüfung ist gut – aber manchmal nicht gut genug!

Gleitschirmflieger Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten Sie so früh wie möglich abschließen. Doch beispielsweise Schüler, Azubis und Studenten können meist nur eine geringe BU-Rente vereinbaren. Deshalb sollten junge Menschen darauf achten, dass der BU-Schutz später problemlos erhöht werden kann – ganz gleich welcher Beruf oder welches Hobby dann ausgeübt wird.

Doch wenn die Versicherungsgesellschaft im Rahmen ihrer Nachversicherungs­garantie nur auf eine erneute Gesundheits­prüfung verzichtet, kann eine geänderte Berufstätigkeit oder ein neues Hobby die Erhöhung der versicherten BU-Rente trotzdem noch teuer bis unmöglich machen.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf Sie bei der Nachversicherungsgarantie achten sollten. Und mit unserem Vergleich können Sie die passenden Tarife auch gezielt auswählen.

Was bedeutet „Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung“?

Stellen Sie sich eine Nachversicherung einfach wie den Neuabschluss einer weiteren Berufsunfähigkeitsversicherung mit dem gleichen Versicherungs- und Leistungsende wie bei der bereits bestehenden Versicherung vor. An der bereits bestehenden BU-Versicherung ändert sich nichts und für die neu beantragte BU-Rente wird lediglich auf die Gesundheits­prüfung verzichtet. Nicht mehr – und nicht weniger! Dies hat folgende Konsequenzen:

  • Ein inzwischen schlechterer Gesundheitszustand kann keine Risikozuschläge, Leistungs­ausschlüsse oder Antragsablehnung verursachen.
  • Der Beitrag wird anhand des inzwischen höheren Alters der versicherten Person und der verbleibenden Versicherungs-/Leistungsdauer ermittelt.
  • Aber eine risikoreichere Berufstätigkeit (z.B. nach Abbruch des Studiums/der Lehre oder nach einem Berufswechsel) kann durchaus zu einer ungünstigeren Berufsgruppeneinstufung und damit zu höheren Beiträgen führen.
  • Auch neu hinzugekommene Freizeitrisiken können Risikozuschläge oder auch eine Antragsablehnung zur Folge haben.
  • Übersteigt die insgesamt versicherte BU-Rente bestimmte Grenzen oder ist sie dem Einkommen nicht angemessen, kann der Antrag abgelehnt werden.

Natürlich ist eine solche Nachversicherungs­garantie gut und wichtig, denn mit zunehmendem Alter häufen sich Vorerkrankungen. Und dann würde es schwierig bis unmöglich werden, noch eine (zusätzliche) Berufsunfähigkeits­versicherung ohne Risikozuschläge oder -ausschlüsse zu bekommen. Aber wenn der Versicherer nur auf eine erneute Gesundheitsprüfung verzichtet, so können andere Risikoprüfungen zu einem erhöhten Beitragssatz oder zur Ablehnung des Nachversicherungsantrags führen.

Besser ist eine Nachversicherungs­garantie ohne Risikoprüfung!

Einige Versicherer verzichten im Rahmen der Nachversicherung bedingungsgemäß generell auf eine Risikoprüfung. In diesem Fall verzichtet der Versicherer nicht nur auf die Gesundheitsprüfung, sondern zusätzlich auch noch auf die Prüfung des jetzigen Berufs und eventuell neu hinzugekommener Hobbys. Dieser Verzicht kann insbesondere für junge Menschen extrem wertvoll werden, die ihre zukünftigen Berufs- und Freizeitrisiken noch nicht absehen können – wie die nachfolgenden Beispiele zeigen:

  • Wer sich noch als Schüler versichert hat, behält die günstige Berufsgruppen­einstufung auch für die Nachversicherung – selbst wenn er jetzt als Bäcker, Berufskraftfahrer oder Dachdecker tätig ist und bei einem Neuantrag in eine deutlich teurere Berufsgruppe eingestuft werden würde.
  • Ein versicherter Student behält die günstige Berufsgruppen­einstufung auch für die Nachversicherung – selbst wenn er inzwischen das Studium abgebrochen hat und eine schlechter eingestufte Tätigkeit ausübt. Dies gilt natürlich auch für Studenten, die ihr Studium erfolgreich beendet haben und jetzt einen Risikoberuf ausüben – also z.B. auf einer Bohrinsel oder als Sprengmeister tätig sind und eigentlich kaum noch versicherbar wären.
  • Wer sich noch vor Ausübung eines risikobehafteten Hobbys versichert hatte, muss bei einer Nachversicherung weder mit Risikozuschlägen, noch mit Leistungs­ausschlüssen rechnen – obwohl er jetzt vielleicht risikobehaftete Freizeitbeschäftigungen wie Berg-, Flug- oder Kampfsport betreibt.

Grundsätzlich ist eine Nachversicherung aber nicht mehr möglich, wenn die versicherte Person bereits berufsunfähig ist oder BU-Leistungen beantragt hat. Und die Nachversicherung ist auch nicht zu jeder Zeit möglich. So bieten die meisten Versicherer eine anlassbezogene und einige wenige Versicherer zusätzlich noch eine anlassunabhängige Nachversicherung an.

Die anlassbezogene Nachversicherung

Hier kann die BU-Rente nur zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung bzw. ohne erneute Risikoprüfung erhöht werden. Diese Anlässe sind in den Versicherungsbedingungen genau aufgeführt und können je nach Anbieter durchaus unterschiedlich sein. Typische Anlässe sind beispielsweise:

  • Abschluss einer Berufsausbildung bzw. eines Studiums und Beginn der entsprechenden Tätigkeit,
  • Erreichen der Volljährigkeit,
  • Heirat der versicherten Person,
  • Geburt oder Adoption eines Kindes,
  • Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie,
  • Erhöhung des Einkommens der versicherten Person um einen bestimmten Prozentsatz bzw. über eine bestimmte Bemessungsgrenze,
  • Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit durch die versicherte Person usw.

Je mehr Anlässe in den Bedingungen aufgeführt sind, desto höher sind die Chancen zur Anpassung der versicherten BU-Rente. Allerdings sollte man hier auch auf die Fristen achten. Denn einige Versicherer ermöglichen die Nachversicherung nur innerhalb von 3 Monaten nach Eintritt des jeweiligen Ereignisses, andere bieten Fristen bis zu 12 Monaten. Wurde eine zu knapp bemessene Frist z.B. nach Geburt eines Kindes verpasst, muss man unter Umständen bis zur Geburt des nächsten Kindes warten, um den Versicherungsschutz doch noch anpassen zu können.Augenzwinkern

Die anlassunabhängige Nachversicherung

Einige Versicherer bieten zusätzlich auch eine anlassunabhängige Nachversicherung bzw. Ausbaugarantie an. Hier kann zu bestimmten Zeitpunkten oder innerhalb definierter Zeiträume der BU-Schutz ohne ein besonderes Ereignis erhöht werden. Zu Zeitpunkten bzw. Zeiträumen gibt es die unterschiedlichsten Regelungen. Ob und wann eine solche Nachversicherung beantragt werden kann, muss man den jeweiligen Versicherungsbedingungen entnehmen. Aber auch hier darf man den Zeitpunkt oder Zeitraum nicht verpassen.

Fazit:

Eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung ist eine feine Sache, insbesondere wenn Sie die versicherte BU-Rente im Laufe des Lebens Ihren wachsenden Bedürfnissen anpassen möchten. Doch besser ist eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Risikoprüfung – denn was nützt es, wenn der Versicherer zwar auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet, die Nachversicherung dann aber wegen eines erhöhten Berufs- oder Freizeitrisikos ablehnen oder mit einem Risikozuschlag verteuern kann? Und viele Schüler, Studenten und Berufsanfänger werden nicht einschätzen können, welche Berufs- und Freizeitrisiken sie später einmal haben werden.

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