Berufsunfähigkeitsversicherungen mit niedrigen Startbeiträgen

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BU-Versicherung für Einsteiger / Berufsstarter

Jungen Menschen werden derzeit in zunehmendem Maße BU-Versicherungen mit niedrigen Startbeiträgen und vollem BU-Schutz als besonders empfehlenswert angeboten. Die Tarife haben unterschiedliche Bezeichnungen, die Generali Lebensversicherung bezeichnet ihren Tarif mit „smart“, andere Gesellschaften sprechen von „Einsteiger-BU“, „SBU Start“ oder „EcoPlan“.
 
Aber was soll diese Tarife so empfehlenswert für z.B. Studenten oder Berufseinsteiger machen?

 
Analysieren wir hierzu den Tarif „smart“ der Generali. Auf ihrer Webseite (Stand 01.02.2013) wirbt die Generali:

Smarter Einstieg mit 40 % Beitrag und 100 % Schutz.
Für alle bis 34 Jahre gibt es eine Variante mit niedrigen Startbeiträgen. Sie zahlen in den ersten zehn Jahren einen reduzierten Beitrag - zum Beispiel
  • in den ersten fünf Jahren 40 %,
  • ab dem sechsten Jahr 80 % und
  • erst ab dem elften Jahr 100 % des smart-Beitrags.
Und das Beste - Sie haben von Anfang an vollen Versicherungsschutz.

 
Und tatsächlich würde ein 25-jähriger Maschinenbauingenieur (Nichtraucher) für eine monatliche BU-Rente in Höhe von 1.500 € bei 42-jähriger Versicherungs- und Leistungsdauer
  • in den ersten fünf Jahren monatlich nur 31,52 €,
  • ab dem sechsten Jahr monatlich 63,04 € und
  • ab dem elften Jahr monatlich 78,80 €
bezahlen müssen (Stand 01.02.2013), sofern er bei der Überschussbeteiligung die Beitragsverrechnung gewählt hat und sich die Überschüsse während der Versicherungsdauer nicht ändern.
 
Allerdings könnte sich der o.g. Maschinenbauingenieur auch für den „Klassik-Tarif“ der Generali mit den gleichen Versicherungsbedingungen entscheiden. In diesem Fall würde er während der gesamten Versicherungsdauer von Anfang an und für die gesamte Versicherungsdauer monatlich 63,18 € bezahlen (Beitragsverrechnung und konstante Überschussbeteiligung vorausgesetzt). In Anlehnung an die o.g. Werbung könnte man also in diesem Beispiel auch sagen:

Beim Tarif „smart“ zahlt man
  • in den ersten fünf Jahren nur etwa 50 %,
  • ab dem sechsten Jahr etwa 100 % und
  • ab dem elften Jahr aber 124,72 % des Klassik-Beitrags.


 
Angesichts dieser Zahlen kommen bei uns Zweifel auf, ob solche „Einsteiger-Tarife“ wirklich so empfehlenswert sind. Die niedrigeren Beiträge in der Anfangsphase werden nach unserer Meinung teuer erkauft. Aus diesem Grunde verzichten wir in unserem Vergleich auf die Einbeziehung solcher Tarife. Wir sehen die große Gefahr, dass der Verbraucher durch den zunächst niedrigen Startbeitrag geblendet wird und erst später den Nachteil dieser Tarife erkennt. Für einen Wechsel in einen klassischen Tarif mit konstanten Beiträgen kann es dann zu spät sein, denn die Versicherungsbedingungen sehen i.d.R. keinen derartigen Wechsel ohne erneute Gesundheitsprüfung vor.
 
Etwas anders sieht das beim Tarif SBU-solution® der Dialog Lebensversicherungs-AG aus. Hier sind die Beiträge risikoadäquat – also altersgerecht – kalkuliert und sind damit zu Beginn auch sehr niedrig und steigen mit zunehmender Versicherungsdauer an. Dadurch können sich Studenten, Auszubildende und Berufsanfänger mit noch niedrigem Einkommen frühzeitig – und damit bei meist noch besserem Gesundheitszustand
  • zu guten Versicherungsbedingungen,
  • in ausreichender Höhe und
  • mit einer Versicherungsdauer bis zum voraussichtlichen Renteneintrittsalter
vollwertig und trotzdem sehr preiswert versichern. Im Gegensatz zu den o.g. Varianten ist hier jedoch ein Wechsel in den klassischen Tarif immer zum Ende eines Versicherungsjahres ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich. In den Versicherungsbedingungen findet man hierzu:

Ein Wechsel von der SBU-solution in die SBU-professional ist während der Laufzeit jederzeit zur Hauptfälligkeit zum bisher versicherten Beruf mit maximal gleicher Restlaufzeit und maximal gleich hoher Berufsunfähigkeitsrente möglich. Sofern bei der Umwandlung keine zusätzlichen Optionen gewählt werden, erfolgt der Wechsel ohne erneute Gesundheitsprüfung.

 
Wir finden diese Formulierung nicht verbraucherfreundlich und wollen dies an den folgenden Punkten verdeutlichen:
  • Der Versicherer verzichtet ausdrücklich auf eine erneute Gesundheitsprüfung. Was passiert jedoch, wenn der versicherte inzwischen ein risikbehaftetes Hobby (z.B. Tauchsport, Bergsport, Reitsport usw.) ausübt?
  • Der Wechsel erfolgt zum bisher versicherten Beruf. Warum wird eigentlich nicht die bisherige Berufsgruppe zugesichert? Was passiert, wenn der Versicherer den bisher ausgeübten Beruf inzwiswchen in eine ungünstigere Berufsgruppe eingestuft hat?
  • Es wird zwar die Wechselmöglichkeit in den klassischen Tarif zugesichert. Aber wo finden wir die Zusicherung, dass dem klassischen Tarif dann auch noch die gleiche Beitragskalkulation zugrunde liegt?
Da uns die Antworten auf diese Fragen klar sind, können wir auch diesen Tarif mit seinen wirklich niedrigen Anfangsbeiträgen nicht für Berufseinsteiger empfehlen.
 
Zur Beachtung:
Es geht uns bei diesem Beispiel nicht darum, die Generali oder einen Tarif der Generali schlecht zu machen. Die BU-Versicherung der Generali hat – wie einige andere Versicherer auch – ausgezeichnete Versicherungsbedingungen, die nicht umsonst von den Medien mit „sehr gut“ bewertet werden. Es ging uns hier lediglich um den beitragsmäßigen Vergleich der sogenannten „Einsteiger-Tarife“ mit den klassischen Tarifen. Und dies lässt sich natürlich am besten anhand eines konkreten Beispiels darstellen. Hierzu haben wir die beiden Tarife der Generali ausgewählt. Wir hätten hierfür auch jede andere „Einsteiger-BU“ auswählen können!
 
Fazit:
Wird Ihnen eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit anfänglich niedrigen Beiträgen angeboten, so lassen Sie sich unbedingt zusätzlich auch ein Angebot für die klassische Variante mit konstanten Beiträgen unterbreiten. Rechnen Sie selbst nach, ob Sie die niedrigen Startbeiträge nicht später zu teuer bezahlen müssen. Berücksichtigen Sie auch, wie sich später der Zahlbeitrag entwickeln würde, falls sich die Überschussbeteiligung des Versicherers während der Versicherungsdauer ändern sollte.