Berufsunfähigkeitsversicherungen mit niedrigen Startbeiträgen

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Einsteiger-BU – Berufsunfähigkeitsversicherungen mit niedrigen Startbeiträgen

Darstellung der Beitragsstufen Junge Menschen können im Falle einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vom Staat meist keine Hilfe erwarten, da sie die Voraussetzungen für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente schon bezüglich gezahlter Pflichtbeiträge und Wartezeit nicht erfüllen. Eine private BU-Vorsorge wäre also wichtig. Andererseits möchten junge Menschen möglichst wenig Geld für Versicherungen ausgeben.
 
Die Produktentwickler der Versicherungsgesellschaften haben dies erkannt und für Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufseinsteiger BU-Tarife mit niedrigen Startbeiträgen bei vollem BU-Schutz entwickelt. Die Tarife haben unterschiedliche Bezeichnungen, die Generali Lebensversicherung bezeichnet ihren Tarif mit „smart“, andere Gesellschaften sprechen von „Einsteiger-BU“, „SBU Start“ oder „EcoPlan“.
Aber sind diese Tarife wirklich so empfehlenswert?
Analysieren wir hierzu den Tarif „smart“ der Generali (Stand 01.05.2015). In ihrem Flyer wirbt die Generali:
Smarter Einstieg mit 40 % Beitrag und 100 % Schutz.
Für alle bis 34 Jahre gibt es eine Variante mit niedrigen Startbeiträgen. Sie zahlen in den ersten zehn Jahren einen reduzierten Beitrag - zum Beispiel
  • in den ersten fünf Jahren 40 %,
  • ab dem sechsten Jahr 80 % und
  • erst ab dem elften Jahr 100 % des smart-Beitrags.
Sie haben von Anfang an vollen Versicherungsschutz.
Und tatsächlich würde ein 20-jähriger KFZ-Mechatroniker (Nichtraucher) für eine monatliche BU-Rente in Höhe von 1.500 € bei 47-jähriger Versicherungs- und Leistungsdauer
  • in den ersten fünf Jahren monatlich nur 48,06 €,
  • ab dem sechsten Jahr monatlich 96,13 € und
  • ab dem elften Jahr monatlich 120,16 €
bezahlen müssen (Stand 01.05.2015), sofern er bei der Überschussbeteiligung die Beitragsverrechnung gewählt hat und sich die Überschüsse während der Versicherungsdauer nicht ändern.
 
Allerdings könnte sich der o.g. KFZ-Mechatroniker auch für den „Klassik-Tarif“ der Generali mit den gleichen Versicherungsbedingungen entscheiden. In diesem Fall würde er während der gesamten Versicherungsdauer von Anfang an und für die gesamte Versicherungsdauer monatlich 98,02 € bezahlen (Beitragsverrechnung und konstante Überschussbeteiligung vorausgesetzt). In Anlehnung an die o.g. Werbung könnte man also auch sagen:
Beim Tarif „smart“ zahlt man
  • in den ersten fünf Jahren nur etwa 49 %,
  • ab dem sechsten Jahr etwa 98 % und
  • ab dem elften Jahr (also 37 Jahre lang) aber ca. 122,6 % des Klassik-Beitrags.

Angesichts dieser Zahlen stellt sich natürlich die Frage, ob solche „Einsteiger-Tarife“ wirklich so empfehlenswert sind. Die niedrigeren Beiträge in der Anfangsphase werden nach unserer Meinung teuer erkauft. Aus diesem Grunde verzichten wir in unserem Vergleich auf die Einbeziehung solcher Tarife. Wir sehen die große Gefahr, dass der Verbraucher durch den zunächst niedrigen Startbeitrag geblendet wird und erst später den Nachteil dieser Tarife erkennt. Für einen Wechsel in einen klassischen Tarif mit konstanten Beiträgen kann es dann zu spät sein, denn die Versicherungsbedingungen sehen i.d.R. keinen derartigen Wechsel ohne erneute Gesundheitsprüfung vor.
 
Zur Beachtung:
Es geht uns bei diesem Beispiel nicht darum, die Generali oder einen Tarif der Generali schlecht zu machen. Die BU-Versicherung der Generali hat – wie einige andere Versicherer auch – ausgezeichnete Versicherungsbedingungen, die nicht umsonst von den Medien mit „sehr gut“ bewertet werden. Es ging uns hier lediglich um den beitragsmäßigen Vergleich der sogenannten „Einsteiger-Tarife“ mit den klassischen Tarifen. Und dies lässt sich natürlich am besten anhand eines konkreten Beispiels darstellen. Hierzu haben wir die beiden Tarife der Generali ausgewählt. Wir hätten hierfür auch jede andere „Einsteiger-BU“ auswählen können!
 
Fazit:
Wird Ihnen eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit anfänglich niedrigen Beiträgen angeboten, so lassen Sie sich unbedingt zusätzlich auch ein Angebot für die klassische Variante mit konstanten Beiträgen unterbreiten. Rechnen Sie selbst nach, ob Sie die niedrigen Startbeiträge nicht später zu teuer bezahlen müssen. Berücksichtigen Sie auch, wie sich später der Zahlbeitrag entwickeln würde, falls sich die Überschussbeteiligung des Versicherers während der Versicherungsdauer ändern sollte.
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