Tipps zur Antragstellung

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Antworten auf die häufigsten Fragen zur Antragstellung

  1. Ist es sinnvoll, die Gesundheitsfragen im Antragsformular zusammen mit einen Fachmann zu beantworten?
    Natürlich ist ein Rat von Fachleuten sinnvoll, wenn man nicht genau weiß, wie diese Fragen zu beantworten sind. Allerdings sollte das Ausfüllen des Antrags niemals dem Versicherungsvertreter überlassen werden, denn dieser hat ein hohes wirtschaftliches Interesse an einer erfolgreichen Versicherungsvermittlung. So ist es dann einerseits zwar erschreckend, andererseits aber auch kaum verwunderlich, wenn bei einem Test der „Stiftung Warentest“ 10% der Versicherungsvertreter eine Pollenallergie und gar 25% der Vertreter eine Gastritis nicht in den Antrag aufgenommen haben, obwohl die Testpersonen diese Vorerkrankungen ordnungsgemäß nannten (vergleichen Sie hierzu „Finanztest“ Heft 10/2009).
     
    Unser Rat:
    Beantworten Sie die Fragen an die zu versichernde Person selbst. Nehmen Sie sich hierzu ausreichend Zeit und lassen Sie sich keinesfalls von einem Versicherungsvermittler drängen. Sind Sie sich über die Art oder den Zeitraum einer Vorerkrankung nicht sicher, fragen Sie besser Ihren Arzt. Auch einige Krankenkassen bzw. Krankenversicherungen erstellen auf Anfrage eine Liste der letzten abgerechneten Behandlungen. Wir senden Ihnen die Antragsformulare zur Beantwortung der Gesundheitsfragen zu. So können Sie sich durchaus auch mehrere Tage Zeit nehmen, um sich über eventuelle Vorerkrankungen umfassend zu informieren.
     
  2. Ich war nur wegen unbedeutender Erkrankungen beim Arzt, muss ich diese im Antrag angeben?
    Ja – Sie sollten auch Ihnen unbedeutend oder geringfügig erscheinende Erkrankungen angeben, wegen denen Sie innerhalb der im Antrag genannten Frist ärztlich beraten, untersucht oder behandelt wurden. Denn die Entscheidung, ob eine Vorerkrankung bezüglich einer eventuell späteren Berufsunfähigkeit wirklich unbedeutend ist, sollte immer die Versicherungsgesellschaft treffen. Wer sich diese Entscheidung selbst anmaßt, muss im Falle einer späteren Berufsunfähigkeit unter Umständen beweisen, dass die verschwiegene Erkrankung in keinster Weise mit der Berufsunfähigkeit zusammenhängt. Und dies kann häufig schwierig bis unmöglich werden.
    Es soll auch schon Fälle gegeben haben, bei denen sich der Patient nur etwas unwohl fühlte und den Arzt um eine Krankschreibung oder um ein Rezept für Rückenmassagen bat. Um diesem Wunsch zu entsprechen, musste der Arzt natürlich seine Diagnose etwas dramatisieren – der Patient hatte diese „Erkrankung“ natürlich schon längst vergessen...
     
    Unser Rat:
    Auch wenn es sich nur um eine scheinbar unbedeutende Erkrankung handelte, geben Sie diese an und vergleichen Sie auch in diesen Fällen Ihre Antragsangaben mit den Angaben in Ihrer Patientenakte. Es ist nicht auszuschließen, dass – ganz gleich aus welchen Gründen – dort eine weniger harmlose Diagnose eingetragen ist. Reicht der Platz im Antrag für Ihre Angaben nicht aus, können Sie dem Antrag ein formloses Zusatzblatt mit weiteren Angaben beifügen. Versehen Sie dieses Zusatzblatt mit Datum und Unterschrift und vermerken Sie im Antrag, wie viel Zusatzblätter dem Antrag beiliegen!
     
  3. Kann man die Beantwortung der Gesundheitsfragen umgehen, indem man die Versicherungsgesellschaft an den Arzt verweist?
    Nein – die Beantwortung der Gesundheitsfragen in Rahmen der vorvertraglichen Anzeigepflicht muß durch den Versicherungsnehmer bzw. durch die zu versichernde Person erfolgen. Aber Sie können natürlich hierzu Ihren Arzt konsultieren und prüfen lassen, ob Sie alle Vorerkrankungen im gefragten Zeitraum angegeben haben. Häufig sind in der Patientenakte auch Vermerke aus eher beiläufigen Bemerkungen enthalten, an die Sie sich vielleicht gar nicht mehr erinnern können. Wenn zum Beispiel der Arzt bei einer Routineuntersuchung beiläufig bemerkt: „Die Knie sind auch nicht mehr die jüngsten“, dann betrachtet man dies ab einem bestimmten Alter sicherlich als Selbstverständlichkeit und kaum beachtenswert. Es kann aber später durchaus bedeutungsvoll werden, wenn nämlich der Arzt hierzu eine „beginnende Arthrose“ in der Akte dokumentiert hat, und dies bei einer Leistungsprüfung wegen einer beantragten BU-Rente festgestellt wird.
     
    Unser Rat:
    Konsultieren Sie zur Beantwortung der Gesundheitsfragen Ihren Arzt. Bitten Sie ihn bei dieser Gelegenheit auch, bei eventuellen Nachfragen des Versicherers nicht die gesamte Patientenakte zu kopieren, sondern nur die Vorerkrankungen innerhalb des gefragten Zeitraums zu nennen.
     
  4. Sollte man eine neue Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, wenn man einen alten Vertrag mit abstakter Verweisbarkeit hat?
    Natürlich wäre es vorteilhaft, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit besseren Versicherungsbedingungen zu haben. Hat sich allerdings der Gesundheitszustand inzwischen verschlechtert, kann es schwierig werden, einen neuen Vertrag ohne Ausschlüsse zu bekommen. Desweiteren können auch das höhere Eintrittsalter oder eine inzwischen geänderte Berufstätigkeit eine deutliche Beitragsänderung zur Folge haben. Aber versuchen sollte man natürlich, seinen BU-Schutz zu verbessern.
     
    Unser Rat:
    Wählen Sie aus unserem Online-Vergleich die für Sie optimale Berufsunfähigkeitsversicherung aus und stellen Sie einen diesbezüglichen Antrag. Vermerken Sie in dem Antrag, dass die bestehende BU-Versicherung durch die jetzt beantragte Versicherung ersetzt werden soll. Kündigen Sie die bestehende BU-Versicherung aber erst, nachdem der neue Antrag zu den von Ihnen gewünschten Konditionen angenommen wurde.
     
  5. Ist es vorteilhaft, statt einer großen – zwei kleinere Berufsunfähigkeitsversicherungen bei verschiedenen Gesellschaften zu beantragen?
    Übersteigt die beantragte monatliche BU-Rente eine bestimmte Grenze (diese liegt je nach Versicherungsgesellschaft zwischen 1.500 € und 2.500 €), fordert der Versicherer zusätzlich noch eine ärztliche Untersuchung. Das klingt nicht dramatisch – zumal der Versicherer i.d.R. die Kosten hierfür übernimmt. Problematisch ist jedoch, dass die zu versichernde Person dabei nochmals Fragen zum Gesundheitszustand beantworten muss – und diese Fragen aber zeitlich nicht befristet sind (siehe auch hier). In einem solchen Fall sollte man dann unbedingt besser zwei kleinere BU-Versicherungen bei verschiedenen Versicherern beantragen, um die Beantwortung der zeitlich unbefristeten Fragen zu vermeiden.
     
    Es gibt aber auch noch weitere Gründe, einen größeren benötigten BU-Schutz auf zwei Versicherungen bzw. Gesellschaften zu verteilen:
    1. Bei einer Geldanlage sollte man auch nicht alles auf eine Aktie setzen. Auch bei den BU-Versicherern wissen wir nicht, wie sich deren Überschüsse oder deren Leistungsverhalten in den nächsten 20 oder 30 Jahren entwickeln wird. Warum sollte man also nicht auch beim BU-Schutz, das „Risiko“ streuen?
    2. Natürlich sollte man den BU-Schutz möglichst so vereinbaren, dass im Versicherungsfall die BU-Rente bis zum Beginn der Altersrente gezahlt wird. Aber manchmal kann es auch sinnvoll sein, den BU-Schutz zu splitten und die erste BU-Versicherung bis zum 67. Lebensjahr und die zweite nur bis zum 63. Lebensjahr zu vereinbaren (z.B. weil dann der Kredit für das Eigenheim getilgt ist).

     
    Unser Rat:
    Wird bei der gewünschten BU-Rente eine ärztliche Untersuchung erforderlich, sollte man unbedingt besser zwei kleinere BU-Versicherungen bei unterschiedlichen Versicherern beantragen. Aber auch bei monatlichen BU-Renten über 1.000 € erscheint eine Risikostreuung und Aufteilung des Versicherungsschutzes auf zwei verschiedene Gesellschaften durchaus sinnvoll. Natürlich hat man dann im Versicherungsfall auch etwas mehr Aufwand, weil man den Leistungsantrag bei beiden Gesellschaften stellen muss. Aber die Vorteile dürften deutlich überwiegen.