Berufsunfähigkeitsversicherung – Student

Studenten im Studium Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten sollte nicht nur während der Studienzeit für eine zuverlässige Absicherung sorgen, sondern auch für die Zeit danach – ganz gleich, ob der Student sein Studium abbricht und eine handwerkliche Tätigkeit ausübt oder nach erfolgreichem Studium einen gut bezahlten Job im Ausland oder auf einer Bohrinsel aufnimmt. Außerdem werden nur die wenigsten Studenten die finanziellen Mittel haben, sich von Beginn mit einer das ganze Berufsleben ausreichenden BU-Rente zu versichern. Deshalb muss sich eine optimale Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten zuverlässig dem sich ändernden Bedarf anpassen lassen. Besonders geeignet sind hierfür BU-Versicherungen, die bei einer Erhöhung der versicherten Rente nicht nur auf eine erneute Gesundheitsprüfung, sondern grundsätzlich auf eine erneute Risikoprüfung verzichten. Dann kann der Student zunächst auch mit einer kleineren BU-Rente beginnen und diese später bei Bedarf erhöhen – ohne dann Risikozuschläge wegen eines risikoreicheren Berufs oder eines neuen risikobehafteten Hobbys befürchten zu müssen!

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten sinnvoll ist:

Das Risiko einer Berufsunfähigkeitsversicherung wächst zwar erst mit zunehmendem Alter. Trotzdem sollte man eine BU-Versicherung so zeitig wie möglich abschließen. Denn wenn sich erst einmal gesundheitliche Beschwerden eingestellt haben, wird es schwierig bis unmöglich, eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Ausschlüsse oder Risikozuschläge zu bekommen.

Außerdem hätten die meisten Studenten im Falle eines Falles auch keinerlei Ansprüche aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, da sie die versicherungstechnischen Voraussetzungen hierfür noch nicht erfüllen. Hierzu muss man nämlich in den letzten 5 Jahren vor Eintritt einer Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung gezahlt haben.

Nicht überall wo „Berufsunfähigkeitsversicherung“ drauf steht, ist auch eine solche drin.

Einige Versicherungsgesellschaften verwehren Studenten einen umfassenden BU-Schutz mit der Begründung, dass ein Student noch keinen „echten“ Beruf erlernt bzw. ausgeübt hat und reduzieren den Versicherungsschutz mittels einer Erwerbsunfähigkeitsklausel bis zum Abschluss des Studiums auf eine unzureichende Erwerbsunfähigkeitsversicherung. In diesem Fall würde der Versicherte bei einer Berufsunfähigkeit während des Studiums nur dann Leistungen erhalten, wenn er gar keine Tätigkeit regelmäßig für mindestens 3 Stunden täglich ausüben kann. Andere Versicherer verzichten während der Studienzeit nicht auf die abstrakte Verweisung. Aber dies müssen Sie nicht akzeptieren!

Es gibt genügend Tarife, bei denen Sie sich auch als Student umfassend versichern können. So wird die Berufsunfähigkeit bei Studenten z.B. beim Komfort-Tarif der WWK Lebensversicherung a.G. wie folgt definiert (Stand 01/2016):

Bei Studenten liegt vollständige Berufsunfähigkeit vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich auf Dauer (mindestens sechs Monate) außer Stande ist, ihr zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalls absolviertes Studium an einer Hochschule, Fachhochschule oder vergleichbaren Ausbildungseinrichtung fortzusetzen und sie auch kein anderes Studium absolviert oder eine ihrem Studium entsprechende berufliche Tätigkeit ausübt. Als eine ihrem Studium entsprechende berufliche Tätigkeit wird dabei nur eine solche Tätigkeit angesehen, die keine deutlich geringeren Kenntnisse und Fähigkeiten erfordert und deren damit verbundene Lebensstellung aus finanzieller und sozialer Sicht der Lebensstellung entspricht, die regelmäßig mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums der versicherten Person erreicht wird.

Positiv hervorzuheben sind hier zwei, für Studenten wichtige Punkte:

  1. Bei der Prüfung einer Berufsunfähigkeit wird ganz konkret das zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalls absolvierte Studium herangezogen – und nicht ein hypothetischer Zielberuf, welcher vielleicht mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums hätte erreicht werden können.
  2. Nimmt der Betroffene aber irgendwann eine Tätigkeit auf, wird im Rahmen der konkreten Verweisung geprüft, ob die dadurch erreichte Lebensstellung der eines Absolventen des ursprünglichen Studienfaches entspricht. Das ist wichtig, weil der Student bei Eintritt der Berufsunfähigkeit vermutlich keinen Berufsabschluss und auch kaum Einkommen hatte und somit nahezu jede bezahlte Tätigkeit bezüglich der Lebensstellung (Vergütung und soziale Wertschätzung) vergleichbar oder besser wäre.

Auch die folgende Definition der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung a.G. zur Berufsunfähigkeit bei Studenten (Stand 01/2015) ist studentenfreundlich, auch wenn sich die vorbildlichen Regelungen bezüglich einer konkreten Verweisung nur auf Studenten der zweiten Studienhälfte beziehen:

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außerstande ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgestaltet war, auszuüben. Liegt ein Kräfteverfall im vorstehenden Sinne vor, leisten wir sowohl bei altersentsprechendem als auch bei mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall. Die Tätigkeiten von Hausfrauen/-männern, von Schülern, Studenten und Auszubildenden sehen wir als Beruf an. Wir verzichten auf eine abstrakte Verweisung.
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Ist der Versicherte bei Eintritt der Krankheit, der Körperverletzung oder des Kräfteverfalls noch in der Berufsausbildung oder im Studium und hat er mindestens die Hälfte der gesetzlich vorgesehenen oder im Durchschnitt üblichen Ausbildungs- bzw. Studienzeit absolviert, wird im Rahmen der konkreten Verweisung (auf einen tatsächlich ausgeübten anderen Beruf oder eine andere Ausbildung) auf die Lebensstellung hinsichtlich Vergütung und sozialer Wertschätzung abgestellt, die regelmäßig mit dem erfolgreichen Abschluss einer solchen Berufsausbildung oder eines solchen Studiums erreicht wird.

Bei Studenten ist die Höhe der versicherbaren BU-Rente begrenzt – achten Sie auf gute Möglichkeiten zur Erhöhung.

Ein weiterer Aspekt ist die Höhe der versicherbaren BU-Rente. Einerseits begrenzen viele Versicherer die versicherbare monatliche BU-Rente für Studenten auf 1.000 bis 1.250 € – nur bei einzelnen Anbietern kann sich ein Student bis 2.000 € versichern. Andererseits können sich viele Studenten aber auch aus finanzieller Sicht noch keine BU-Rente in der später benötigten Höhe leisten. Wenn Sie also zunächst nur eine kleinere BU-Rente beantragen und diese später erhöhen wollen, sollten Sie auf den Einschluss einer Nachversicherungsgarantie achten. In diesem Fall kann der Versicherungsnehmer die BU-Rente zumindest zu bestimmten Anlässen (z.B. Abschluss des Studiums, Hochzeit, Geburt eines Kindes) ohne erneute Gesundheitsprüfung und bei einigen Tarifen sogar ohne erneute Risikoprüfung erhöhen. Letzteres ist natürlich empfehlenswerter, weil dann der BU-Versicherer auch bei der Nachversicherung den Beitragssatz nicht wegen einer risikoreicheren Berufstätigkeit oder eines neu hinzugekommenen Hobbys erhöhen kann.

Allerdings gibt es bei der Nachversicherung auch große Unterschiede bezüglich der Anlässe, der Höhe der möglichen Nachversicherung oder des Alters, bis zu dem eine Nachversicherung erfolgen kann. Einzelne Versicherer bieten zusätzlich auch eine anlassunabhängige Nachversicherungsgarantie zu bestimmten Zeitpunkten oder innerhalb bestimmter Zeiträume an. Deswegen sollte Sie hierzu genau auf die diesbezüglichen Versicherungsbedingungen des jeweiligen Tarifs achten.

Eine andere Möglichkeit zur Erhöhung der BU-Rente ist die Vereinbarung einer jährlichen Dynamik. Dabei kann die versicherte BU-Rente jährlich und ohne einen bestimmten Anlass um den vereinbarten Prozentsatz erhöht und so der laufenden Inflation angepasst werden. Natürlich erhöht sich nach einer Erhöhung der versicherten BU-Rente auch der zu zahlende Beitrag entsprechend der Erhöhung und dem inzwischen erreichten Alter der versicherten Person. Ein inzwischen ausgeübter, risikoreicherer Beruf oder ein solches Hobby wirken sich dabei jedoch nicht auf den Beitrag aus. Wird eine Dynamik in einem Jahr nicht gewünscht, kann man der Erhöhung auch jährlich widersprechen. Wird der Dynamisierung jedoch mehr als zweimal hintereinander widersprochen, erlischt bei den meisten Tarifen das Recht auf weitere Erhöhungen!