Versicherungsbedingungen (Teil 2)

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Dies kann den Versicherungsschutz weiter verbessern:

Infektionsklausel
Werden bei Ärzten, Zahnärzten oder sonstigem medizinischen Personal bestimmte Krankheiten (z.B. Hepatitis C oder Aids) oder Krankheitserreger (z.B. Salmonellen) festgestellt, kann das zuständige Gesundheitsamt ein Berufsverbot aussprechen. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Infektionsklausel könnte der Versicherer die BU-Rente dann verweigern, wenn die versicherte Person den Beruf auf Grund ihres Gesundheitszustandes noch ausübern könnte - es aber aus rechtlichen Gründen nicht darf. In diesen Fällen wäre es zweifelsfrei vorteilhaft, eine BU-Versicherung mit einer solch vorteilhaften Infektionsklausel zu haben. Viele Versicherer bieten diese jedoch grundsätzlich nicht an. Einige Versicherer bieten diese Infektionsklausel ausschließlich Human- und Zahnmedizinern an, und einige wenige Versicherer erweitern diese auch auf sonstige medizinische Angestellte.
 
Verzicht auf den Zusatz „mehr als altersbedingter“ Kräfteverfall
Laut Versicherungsvertragsgesetz ist berufsunfähig, wer „infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall“ seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. In der Praxis könnte dies nun dazu führen, dass eine versicherte Person ihren Beruf infolge eines Kräfteverfalls nicht mehr ausüben kann und finanziell auf die BU-Rente angewiesen wäre - die Gutachter sich aber nicht darüber einigen können, ob es sich dabei nur um einen altersbedingten Kräfteverfall oder um einen mehr als altersbedingten Kräfteverfall handelt. Einige Versicherer verzichten auf den unter Umständen streitanfälligen Zusatz „mehr als altersentsprechender“ Kräfteverfall. Dies könnte zukünftig durch die „Rente mit 67“ insbesondere für schwer körperlich tätige Personen bedeutungsvoll werden.
 
dauerhaft vollwertiger BU-Schutz auch bei vorzeitigem Ausscheiden aus dem Berufsleben
Ist die versicherte Person vorzeitig aus dem Berufslebens ausgeschieden (z.B. durch Elternzeit oder Arbeitslosigkeit) und beantragt danach Leistungen (z.B. nach einem Unfall während der Arbeitslosigkeit) ist es am günstigsten, wenn der Versicherer dauerhaft den zuletzt ausgeübten Beruf versichert und auch dauerhaft auf das abstrakte Verweisungsrecht verzichtet. Die meisten Versicherer begrenzen jedoch die Zeit auf 3 bzw. 5 Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben.
 
zeitlich unbefristetes Anerkenntnis
Die Prüfung der Berufsunfähigkeit nimmt häufig viel Zeit in Anspruch. Einige Versicherer bieten daher an, die BU-Leistungen zunächst zeitlich befristet anzuerkennen. Was zunächst gut klingt, kann aber problematisch werden, da ein zeitlich befristetes Anerkenntnis keine rechtlich verbindliche Leistungspflicht begründet und dies für den Versicherten zu einer großen Rechtsunsicherheit führen kann. Außerdem muss in den meisten Fällen der Versicherungsnehmer nach Ablauf der Frist einen neuen Leistungsantrag auf eigene Kosten stellen und wieder seine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit beweisen.
Inzwischen verpflichten sich immer mehr Anbieter in ihren Bedingungen dazu, zeitlich befristete Anerkenntnisse nur noch „in besonderen, begründeten Einzelfällen“ auszusprechen. Da die begründeten Einzelfälle nicht konkretisiert sind und daher recht vielfältig ausfallen können, setzt diese Formulierung ein hohes Vertrauen in den Versicherer voraus. Bei besonders günstigen Versicherungsbedingungen verzichtet der Versicherer ausnahmslos auf ein befristetes Anerkenntnis.
 
Verzicht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG
Nach § 163 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist der Versicherer zu einer Neufestsetzung der vereinbarten Prämie berechtigt, wenn
  1. sich der Leistungsbedarf nicht nur vorübergehend und nicht voraussehbar gegenüber den Rechnungsgrundlagen der vereinbarten Prämie geändert hat,
  2. die nach den berichtigten Rechnungsgrundlagen neu festgesetzte Prämie angemessen und erforderlich ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsleistung zu gewährleisten, und
  3. ein unabhängiger Treuhänder die Rechnungsgrundlagen und die Voraussetzungen der Nummern 1 und 2 überprüft und bestätigt hat.
Eine Neufestsetzung der Prämie ist insoweit ausgeschlossen, als die Versicherungsleistungen zum Zeitpunkt der Erst- oder Neukalkulation unzureichend kalkuliert waren und ein ordentlicher und gewissenhafter Aktuar dies insbesondere anhand der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren statistischen Kalkulationsgrundlagen hätte erkennen müssen.
Einige wenige Versicherer verzichten bedingungsgemäß auf dieses Recht der Beitragsanpassung. Allerdings ist dieser, für Verbraucher zunächst positiv erscheinende, Verzicht selbst unter Experten umstritten. Denn wenn der Versicherer zahlungsunfähig wird, weil er die unvorhersehbaren Kosten nicht auf die Versicherten umlegen kann, könnte der Versicherungsschutz durch eine Insolvenz des Versicherers auch gänzlich verloren gehen! Und dies kann auch nicht im Interesse des Versicherten sein.
 
Nachversicherungsgarantie zu bestimmten Anlässen
Einige Versicherungsgesellschaften bieten eine Nachversicherungsgarantie an. Mit dieser können Sie die bei Antragstellung vereinbarte BU-Rente bei bestimmten Anlässen (z.B. Berufsabschluss, Heirat, Geburt eines Kindes usw.) ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Besonders wichtig ist die Nachversicherungsgarantie für Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger, die meist aus Kostengründen zunächst nur eine geringere, nicht für das gesamte Leben ausreichende BU-Rente vereinbaren.