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Versicherungsbedingungen, die den BU-Schutz weiter verbessern:

Deckblatt Versicherungsbedingungen

Nachversicherungsgarantie zu bestimmten Anlässen

Die meisten Versicherungsgesellschaften bieten eine Nachversicherungsgarantie an. Mit dieser können Sie die bei Antragstellung vereinbarte BU-Rente zu bestimmten Anlässen (z.B. Berufsabschluss, Heirat, Geburt eines Kindes usw.) ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen. Noch besser ist natürlich, wenn der Versicherer im Rahmen seiner Nachversicherungsgarantie nicht nur auf die erneute Gesundheitsprüfung, sondern auch auf eine erneute Prüfung von Berufs- und Freizeitrisiken verzichtet. Anderenfalls könnte er für die nachversicherte BU-Rente doch noch einen höheren Beitragssatz wegen einer anderen Berufsgruppeneinstufung oder einen Risikozuschlag wegen erhöhter Freizeitrisiken erheben. Besonders wichtig ist die Nachversicherungsgarantie für Schüler, Auszubildende, Studenten und Berufsanfänger, die meist aus Kostengründen zunächst nur eine geringere, nicht für das gesamte Berufsleben ausreichende BU-Rente vereinbaren.
 
Inzwischen bieten die Versicherer in zunehmendem Maße auch Tarife ohne anlassbezogener Nachversicherungsgarantie. Hier kann die BU-Rente je nach Versicherer entweder zu bestimmten Zeitpunkten oder innerhalb bestimmter Fristen ohne erneute Gesundheitsprüfung bzw. ohne erneute Risikoprüfung erhöht werden. Die versicherte Person muss dann also nicht unbedingt heiraten, um die BU-Rente erhöhen zu können. Smiley

dauerhaft vollwertiger BU-Schutz auch bei vorübergehendem oder vorzeitigem Ausscheiden aus dem Berufsleben

Ist die versicherte Person vorübergehend oder vorzeitig aus dem Berufslebens ausgeschieden (z.B. durch Elternzeit, Pflege von Angehörigen oder auch Arbeitslosigkeit) und beantragt danach BU-Leistungen (z.B. nach einem Unfall während der Arbeitslosigkeit) ist es am günstigsten, wenn der Versicherer dauerhaft den zuletzt ausgeübten Beruf versichert und auch dauerhaft auf die abstrakte Verweisung verzichtet. Die meisten Versicherer begrenzen jedoch die Zeit auf 3 bzw. 5 Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben.

zeitlich unbefristetes Anerkenntnis

Die Prüfung der Berufsunfähigkeit nimmt häufig viel Zeit in Anspruch. Einige Versicherer bieten daher an, die BU-Leistungen zunächst zeitlich befristet anzuerkennen. Was zunächst gut klingt, kann aber problematisch werden, da ein zeitlich befristetes Anerkenntnis keine rechtlich verbindliche Leistungspflicht begründet und dies für den Versicherten zu einer großen Rechtsunsicherheit führen kann. Außerdem muss in den meisten Fällen der Versicherungsnehmer nach Ablauf der Frist einen neuen Leistungsantrag auf eigene Kosten stellen und dem Versicherer wieder seine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit beweisen.
Inzwischen verpflichten sich immer mehr Anbieter in ihren Bedingungen dazu, zeitlich befristete Anerkenntnisse nur noch „in besonderen, begründeten Einzelfällen“ auszusprechen. Da die begründeten Einzelfälle nicht konkretisiert sind und daher recht vielfältig ausfallen können, setzt diese Formulierung ein hohes Vertrauen in den Versicherer voraus. Bei besonders günstigen Versicherungsbedingungen verzichtet der Versicherer ausnahmslos auf ein befristetes Anerkenntnis oder stellt zumindest in den Versicherungsbedingungen klar, dass nach Ablauf einer zunächst befristeten BU-Leistung kein erneuter Leistungsantrag zu stellen ist.

BU-Rente nach 6-monatiger Arbeitsunfähigkeit ohne Nachweis eines Grades der Berufsunfähigkeit

Auch wer 6 Monate hintereinander arbeitsunfähig – also per „gelbem Schein“ krank geschrieben – ist, hat normalerweise noch keinen Anspruch auf eine BU-Rente. Denn die Zahlung einer BU-Rente setzt üblicherweise noch die mindestens 50%-ige Berufsunfähigkeit voraus. Deshalb wird bei der Leistungsprüfung u.a. auch der Grad der Berufsunfähigkeit ermittelt, bevor eine BU-Rente gezahlt wird. Dadurch kann es zu Verzögerungen kommen. Und stellt ein Gutachter einen geringeren, als in den Bedingungen vereinbarten BU-Grad fest, werden normalerweise keine BU-Leistungen fällig.(
Ganz wenige Tarife bieten nun auch die Zahlung der vereinbarten BU-Rente für maximal 18 Monate an, wenn die versicherte Person 6 Monate ununterbrochen arbeitsunfähig war oder voraussichtlich 6 Monate arbeitsunfähig sein wird. Der Versicherungsnehmer erhält die Leistung also auch dann, wenn der Grad der Berufsunfähigkeit noch nicht feststeht. Bereits gezahlte Leistungen müssen nicht zurückgezahlt werden, selbst wenn sich später herausstellt, dass keine bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegt.

Infektionsklausel

Werden bei Ärzten, Zahnärzten oder sonstigem medizinischen Personal – aber auch Kindergärtnern, Köchen usw. – bestimmte Krankheiten (z.B. Hepatitis C oder Aids) oder Krankheitserreger (z.B. Salmonellen) festgestellt, kann das zuständige Gesundheitsamt ein Berufsverbot aussprechen. Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen ohne Infektionsklausel könnte der Versicherer die BU-Rente verweigern, weil die versicherte Person den Beruf auf Grund ihres Gesundheitszustandes durchaus noch ausüben könnte – es nur aus rechtlichen Gründen nicht darf. In solchen Fällen wäre es zweifelsfrei vorteilhaft, eine BU-Versicherung mit dieser Infektionsklausel zu haben. Ein Teil der Versicherer bietet diese Infektionsklausel zumindest Human- und Zahnmedizinern an und einige erweitern die Klausel auch auf sonstige medizinische Angestellte. Doch nur wenige Versicherer bieten diese vorteilhafte Infektionsklausel allen Berufsgruppen an.

Verzicht auf den Zusatz „mehr als altersbedingter“ Kräfteverfall

Laut Versicherungsvertragsgesetz ist berufsunfähig, wer „infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall“ seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. In der Praxis könnte dies nun dazu führen, dass eine versicherte Person ihren Beruf infolge eines Kräfteverfalls nicht mehr ausüben kann und finanziell auf die BU-Rente angewiesen wäre – die Gutachter sich aber nicht darüber einigen können, ob der Kräfteverfall altersbedingt oder mehr als altersbedingt ist. Einige Versicherer verzichten auf den unter Umständen streitanfälligen Zusatz „mehr als altersentsprechender“ Kräfteverfall. Dies könnte zukünftig durch die „Rente mit 67“ insbesondere für schwer körperlich tätige Personen bedeutungsvoll werden.

Verzicht auf Beitragsanpassung nach § 163 VVG

Nach § 163 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist der Versicherer zu einer Neufestsetzung der vereinbarten Prämie berechtigt, wenn
  1. sich der Leistungsbedarf nicht nur vorübergehend und nicht voraussehbar gegenüber den Rechnungsgrundlagen der vereinbarten Prämie geändert hat,
  2. die nach den berichtigten Rechnungsgrundlagen neu festgesetzte Prämie angemessen und erforderlich ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsleistung zu gewährleisten, und
  3. ein unabhängiger Treuhänder die Rechnungsgrundlagen und die Voraussetzungen der Nummern 1 und 2 überprüft und bestätigt hat.
Eine Neufestsetzung der Prämie ist insoweit ausgeschlossen, als die Versicherungsleistungen zum Zeitpunkt der Erst- oder Neukalkulation unzureichend kalkuliert waren und ein ordentlicher und gewissenhafter Aktuar dies insbesondere anhand der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren statistischen Kalkulationsgrundlagen hätte erkennen müssen.
 
Einige wenige Versicherer verzichten bedingungsgemäß auf dieses Recht der Beitragsanpassung. Allerdings ist dieser, für Verbraucher zunächst positiv erscheinende, Verzicht selbst unter Experten umstritten. Denn wenn der Versicherer zahlungsunfähig wird, weil er die unvorhersehbaren Kosten nicht auf die Versicherten umlegen kann, könnte der Versicherungsschutz durch eine Insolvenz des Versicherers auch gänzlich verloren gehen! Und dies kann auch nicht im Interesse des Versicherten sein.