Warum wird es höchste Zeit für den Abschluss Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung?

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Wer denkt als junger und gesunder Azubi, Student oder Berufsstarter schon gern an eine BU-Versicherung? Die Notwendigkeit eines BU-Schutzes wird ja kaum bestritten. Aber eine Berufsunfähigkeits­versicherung kostet Geld – und das kann man gerade jetzt als junger Mensch für wesentlich angenehmere Dinge gebrauchen. Und viele Menschen glauben auch, durch einen späteren Versicherungsabschluss könne viel Geld gespart werden. Aber stimmt das? Wann ist also der optimale Zeitpunkt für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gekommen?

Wir haben nachgerechnet!

Tatsächlich ist es so, dass man bei einem jüngerem Eintrittsalter dauerhaft niedrigere Beiträge bezahlt. Natürlich zahlt man diese niedrigeren Beiträge dann auch entsprechend länger. Deshalb haben wir jeweils einen 20-, 25- und 30-jährigen

  • Bürokaufmann und
  • Physiotherapeuten

ausgewählt und hierfür die monatlich zu zahlenden Beiträge für eine BU-Rente in Höhe von 1.000 € bis zum 65. Lebensjahr am Beispiel der Premium-SBU der „Europa“ (Stand: 01.07.2016) berechnet. Die Ergebnisse sind in den folgenden Tabellen dargestellt.

Vertrags­abschluss als ... 20-jähriger
Büro­kaufmann
25-jähriger
Büro­kaufmann
30-jähriger
Büro­kaufmann
monatlicher Zahlbeitrag 28,90 € 32,60 € 37,15 €
Beitrags­zahlungs­dauer 45 Jahre 40 Jahre 35 Jahre
Summe der Beiträge 15.606 € 15.648 € 15.603 €
Vertrags­abschluss als ... 20-jähriger
Physio­therapeut
25-jähriger
Physio­therapeut
30-jähriger
Physio­therapeut
monatlicher Zahlbeitrag 54,10 € 59,74 € 66,33 €
Beitrags­zahlungs­dauer 45 Jahre 40 Jahre 35 Jahre
Summe der Beiträge 29.214 € 28.675 € 27.859 €

Der Bürokaufmann wird in eine günstige Berufsgruppe eingestuft, deshalb ist der Beitrag relativ niedrig. Doch ganz gleich, ob er seine Berufsunfähigkeitsversicherung im Alter von 20, 25 oder 30 Jahren abschließt – die Summe der Beiträge (monatlicher Zahlbeitrag * 12 Monate * Zahlungsdauer) bleibt nahezu gleich. Es macht für den 20-jährigen Bürokaufmann absolut keinen Sinn, den Abschluss der BU-Versicherung aufzuschieben. Er würde lediglich auf den nahezu kostenfreien Versicherungsschutz innerhalb ersten 10 Jahre verzichten!

Der Physiotherapeut dagegen wird in eine ungünstigere Berufsgruppe eingestuft, deshalb sind die Beiträge für den gleichen BU-Schutz schon deutlich höher. Der 20-jährige Physiotherapeut muss für seinen BU-Schutz monatlich 54,10 € bezahlen. Über die gesamten 45 Jahre summieren sich die Zahlbeiträge damit auf 29.214 €. Verschiebt er seine Antragstellung beispielsweise um 10 Jahre und der Tarif würde dann noch unverändert gelten, müsste der inzwischen 30-jährige Physiotherapeut für den gleichen BU-Schutz bereits monatlich 66,33 € zahlen – über die verbleibenden 35 Jahre bis zum 65. Lebensjahr also insgesamt 27.859 €. Damit hätte der Physiotherapeut rein rechnerisch zwar zunächst 1.355 € (das sind weniger als 5% des Gesamtbeitrags) gespart, wäre aber auch die ersten 10 Jahre ohne Versicherungsschutz. Das dürfte sich kaum lohnen!

Denn der Beitrag ist auch vom Gesundheitszustand abhängig.

Kein Mensch kann ausschließen, dass er in den nächsten Jahren neue Krankheiten erleidet, die er bei einer späteren Antragstellung mit angeben muss. Selbst auf den ersten Blick harmlos erscheinende Vorerkrankungen, wie z.B. Allergien, Rückenverspannungen, Schilddrüsenunterfunktionen oder erhöhter Blutdruck können dann dazu führen, dass der Versicherer den BU-Schutz nur mit Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen anbietet. Risikozuschläge zwischen 25% und 100% sind dabei keine Seltenheit. Wenn dann also wegen eines Risikozuschlags viele Jahre höhere Beiträge zu zahlen sind, wäre natürlich der optimalen Zeitpunkt verpasst. Und es könnte noch schlimmer kommen! Denn schwerere Erkrankungen, wie z.B. psychische oder rheumatische Erkrankungen können gar zur Ablehnung eines BU-Antrags führen.

Auch Berufstätigkeit und Freizeitrisiken sind beitragsbestimmende Faktoren.

Die Versicherer ordnen den verschiedenen Berufstätigkeiten so genannte Berufsgruppen zu. Dies hat – wie oben gesehen – zur Folge, dass ein Bürokaufmann weniger bezahlt als ein Physiotherapeut und dieser wieder weniger als ein Maurer oder Bäcker. Deshalb ist es ganz entscheidend, welche Berufstätigkeit die zu versichernde Person zum Zeitpunkt der Antragstellung ausübt. Wenn sich die Berufstätigkeit nach Zustandekommen des Vertrags ändert, ist dies für die laufende BU-Versicherung meist unbedeutend, da ein Berufswechsel bei den meisten BU-Tarifen nicht nachgemeldet werden muss.

Deshalb ist es wichtig, immer schon vor Beginn einer neuen Tätigkeit (also vor Beginn einer Ausbildung, eines Studiums, einer Berufsaufnahme oder eines Berufswechsels) zu prüfen, ob der optimale Zeitpunkt zum Abschluss einer BU-Versicherung auch nicht verpasst wird. Wenn beispielsweise ein Schüler (durchschnittliche Berufsgruppeneinstufung) nach Abschluss des laufenden Schuljahres einen risikoreichen Beruf (z.B. Bäcker, Bauarbeiter, Berufskraftfahrer, Krankenpfleger usw.) erlernen oder ausüben möchte, dann sollte er unbedingt noch vor Ende der Schulzeit eine geeignete Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler abschließen. Der rechtzeitige Abschluss ist auch wichtig, wenn jemand von einem risikoarmen Beruf in einen risikoreicheren Beruf wechselt. Wie sich unterschiedliche Berufe auf den Beitrag auswirken, können Sie relativ einfach mit unserem Online-Vergleich prüfen.

Aber auch wer mit einem risikoreichen Hobby beginnen will, sollte seinen BU-Schutz besser noch vorher vereinbaren. Flugsport, Vollkontakt-Kampfsport oder Höhlentauchen führen oft zu Risikozuschlägen oder auch Ablehnungen.

Fazit:

Aus medizinischer Sicht sollten Sie den BU-Schutz sofort beantragen. Denn stellt sich in den nächsten Wochen eine Vorerkrankung ein, könnte der BU-Schutz deutlich teurer oder auch unmöglich werden. Es ist ein Irrtum, durch einen späteren Abschluss nennenswert Beiträge sparen zu können! Dies ist nur in Ausnahmefällen möglich, z.B. wenn Sie von einer risikoreicheren Tätigkeit in eine risikoärmere wechseln – vorausgesetzt, Sie bleiben bis dahin gesund. Wer jedoch demnächst eine risikoreichere Tätigkeit aufnehmen wird (z.B. nach Beendigung der Schule bzw. des Studiums oder wegen eines Berufswechsels) sollte prüfen, ob die BU-Versicherung besser noch während der alten Tätigkeit abgeschlossen werden sollte. Prüfen Sie Ihre individuelle Situation. Vielleicht ist es jetzt schon „5 vor 12“.