Der optimale Zeitpunkt für den BU-Antrag

AGB Kontakt Impressum wir bei facebook wir bei google+
  1. Startseite >
  2. Fakten für Unentschlossene >
  3. bevor es zu spät ist

Der optimale Zeitpunkt für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

5vor 12 Wer denkt als junger und gesunder Mensch schon gern an eine BU-Versicherung? Diese Versicherung kostet Geld – und das kann man gerade jetzt für wesentlich angenehmere Dinge gebrauchen. Und viele glauben auch, dass man durch einen späteren Versicherungsabschluss viel Geld sparen könne. Wann ist also der optimale Zeitpunkt für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gekommen?
 
Wie wirkt sich das Eintrittsalter auf den zu zahlenden Beitrags aus?
Tatsächlich ist es so, dass man bei einem jüngerem Eintrittsalter dauerhaft niedrigere Beiträge bezahlt. Allerdings zahlt man diese niedrigeren Beiträge dann auch entsprechend länger. So zahlt beispielsweise ein 20-jähriger Physiotherapeut für einen BU-Schutz mit monatlich 1.000 € BU-Rente bis zum 65. Lebensjahr und sehr guten Versicherungsbedingungen monatlich 51,54 € (Stand: 01.10.2014). Über die gesamten 45 Jahre summieren sich die Zahlbeiträge damit auf 27.831,60 €
 
Nehmen wir jetzt an, dieser Physiotherapeut verschiebt seine Antragstellung um 10 Jahre und der Tarif würde dann noch unverändert gelten. Dann müsste der inzwischen 30-jährige Physiotherapeut für den gleichen BU-Schutz bereits monatlich 64,25 € bezahlen  – über die verbleibenden 35 Jahre bis zum 65. Lebensjahr also insgesamt 26.985 €. Damit hätte der Physiotherapeut rein rechnerisch zwar zunächst 864,60 € gespart, wäre aber auch die ersten 10 Jahre ohne Versicherungsschutz.
 
Allerdings ist der Beitrag auch vom Gesundheitszustand der zu versichernden Person abhängig.
Nun kann unser Physiotherapeut aber auch nicht ausschließen, dass er bis zum 30. Lebensjahr neue Krankheiten erleidet, die er dann bei der Antragstellung angeben muss. Selbst auf den ersten Blick harmlos erscheinende Vorerkrankungen, wie z.B. Allergien, Rückenverspannungen, Schilddrüsenunterfunktionen oder erhöhter Blutdruck können dann dazu führen, dass der Versicherer den BU-Schutz nur mit Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen anbietet. Risikozuschläge zwischen 25% und 100% sind dabei durchaus üblich. Wenn also statt der monatlich 64,25 € dann wegen eines Risikozuschlags 35 Jahre lang monatlich 80,31 € zu zahlen wären, würde sich dies auf insgesamt 33.730,20 € summieren. In diesem Fall hätte unser Physiotherapeut den optimalen Zeitpunkt natürlich verpasst. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn schwerere Erkrankungen, wie z.B. psychische oder rheumatische Erkrankungen können gar zur Ablehnung eines BU-Antrags führen.
 
Auch Berufstätigkeit und Freizeitrisiken sind beitragsbestimmende Faktoren.
Die Versicherer ordnen den verschiedenen Berufstätigkeiten so genannte Berufsgruppen zu. Dies hat zur Folge, dass ein Bürokaufmann weniger bezahlt als ein Physiotherapeut und dieser wieder weniger als ein Maurer oder Bäcker. Deshalb ist es ganz entscheidend, welche Berufstätigkeit die zu versichernde Person zum Zeitpunkt der Antragstellung ausübt. Wenn sich die Berufstätigkeit nach Zustandekommen des Vertrags ändert, ist dies für die laufende BU-Versicherung meist unbedeutend, da ein Berufswechsel bei den meisten BU-Tarifen nicht nachgemeldet werden muss.
 
Wer dies weiß, kann dies natürlich geschickt für die Wahl des Zeitpunktes zum Abschluss einer BU-Versicherung ausnutzen. Wenn also ein Schüler (durchschnittliche Berufsgruppeneinstufung) nach Abschluss des laufenden Schuljahres einen risikoreichen Beruf (z.B. Bäcker, Bauarbeiter, Berufskraftfahrer, Krankenpfleger usw.) erlernen oder ausüben möchte, dann sollte er seinen BU-Schutz unbedingt noch als Schüler beantragen. Ähnliches gilt, wenn jemand von einem risikoarmen Beruf in einen risikoreicheren Beruf wechselt. Wie sich unterschiedliche Berufe auf den Beitrag auswirken, können Sie ja relativ einfach mit unserem Online-Vergleich auf dieser Website prüfen. Aber auch wer mit einem risikoreichen Hobby beginnen will, sollte seinen BU-Schutz besser noch vorher vereinbaren. Flugsport, Vollkontakt-Kampfsport oder Höhlentauchen führen oft zu Risikozuschlägen oder auch Ablehnungen.
 
Fazit:
Aus rein rechnerischer Sicht – also ohne Berücksichtigung des Gesundheits-, Berufs- und Freizeitrisikos – ist es nahezu unerheblich ob Sie den BU-Schutz jetzt sofort oder erst in einigen Jahren beantragen. Sie haben aber auch kaum Einsparungen, wenn Sie den Vertragsabschluss noch aufschieben. Aus medizinischer Sicht sollten Sie den BU-Schutz sofort beantragen, denn wenn Sie in den nächsten Wochen eine Vorerkrankung erleiden würden, könnte der BU-Schutz deutlich teurer oder auch unmöglich werden. Wer demnächst eine risikoreichere Tätigkeit aufnehmen wird (z.B. nach Beendigung der Schule bzw. des Studiums oder wegen eines Berufswechsels) sollte prüfen, ob die BU-Versicherung besser noch während der alten Tätigkeit abgeschlossen werden sollte. Prüfen Sie Ihre individuelle Situation. Vielleicht ist es ja gerade „5 vor 12“.