Ursachen von Berufsunfähigkeit

Nach Angaben des Verbandes Deutscher Rentenversicherungsträger musste in der Vergangenheit jeder 5. Erwerbstätige vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Davon betroffen sind nicht nur ältere Menschen – 25 % aller Rentenempfänger der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente sind jünger als 45 Jahre! Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Nicht Unfälle – sondern psychische Erkrankungen sind Hauptursache von Berufsunfähigkeit

Viele Menschen glauben, nur Berufstätige mit höherem Unfallrisiko oder starker körperlicher Belastung müssten ihren Beruf vorzeitig aufgeben. Das ist ein fataler Irrtum. Immer häufiger sind nämlich Alltagsstress, psychische Belastungen am Arbeitsplatz oder familiäre Probleme Ursache einer späteren Berufsunfähigkeit. Laut aktueller Statistiken sind derzeit mit über 31% Nerven- und psychische Erkrankungen die Hauptursache einer Berufsunfähigkeit (Datenquelle: Morgen & Morgen, Pressemitteilung vom 10.05.2017).

Ursachen für Berufsunfähigkeit

Schon allein daraus wird deutlich, dass Dread-Disease-Versicherungen (Versicherungen gegen schwere Krankheiten) oder Multi-Risk-Versicherungen, bei denen Erkrankungen der Psyche vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind, keine Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung sind – sondern maximal Notlösungen.

Zweithäufigste Ursache sind mit 21,01% Krankheiten des Skelett- und Bewegungsapparates, gefolgt von Krebs und anderen bösartigen Geschwülsten (15,93%). Unfälle dagegen führen nur zu 9,39% zu einer Berufsunfähigkeit.

Tipp

Nicht jede Verletzung oder Krankheit führt sofort zur Berufsunfähigkeit. Aber haben sich erste – teilweise selbst harmlos erscheinende Symptome oder Verletzungen – eingestellt, kann der Abschluss einer BU-Versicherung ohne Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse schwierig oder gar unmöglich werden.

Deshalb ist ein frühzeitiger Abschluss aus gesundheitlichen und auch finanziellen Gründen sinnvoll.

Leistungsbeispiele aus der Praxis:

Schlaganfall in jungen Jahren

Als Sebastian S.* seine Berufsunfähigkeitsversicherung abschloss, ahnte er noch nicht, wie wichtig diese Entscheidung für ihn werden würde. Der damals 19-Jährige war nach zweijähriger Lehre als Chemielaborant tätig und hatte noch keine wesentlichen Erkrankungen, so dass er seine BU-Versicherung zu normalen Konditionen abschließen konnte. Doch nur wenige Monate später erlitt er einen Schlaganfall und infolge dessen eine Hemiparese (halbseitige Lähmung). Sebastian ist seitdem zu 100% berufsunfähig. Die Leistungsprüfung konnte innerhalb von 2 Arbeitstagen abgeschlossen werden, da Sebastian auch bei der Leistungsanmeldung vollständige Angaben machte und keine medizinischen Fragen mehr offen blieben. Seitdem erhält er von der Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. die vereinbarte BU-Rente in Höhe von monatlich 800 €.

Auf gute Versicherungsbedingungen kommt es an

Auch Nadine N.* hatte gleich nach Abschluss ihrer Ausbildung zur IT-Systemkauffrau eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Sie war zu diesem Zeitpunkt 20 Jahre jung und hatte aus ihrer Sicht keinerlei gesundheitliche Beschwerden. So konnte sie problemlos eine BU-Versicherung mit guten Versicherungsbedingungen und günstigen Beiträgen abschließen. Nach 2 Jahren machten sich bei ihr Schmerzen in den Knochen, vor allem im Kniebereich bemerkbar. Als 23-Jährige erhielt sie schließlich die Diagnose „Knochenkrebs“ und die Ärzte attestierten eine 50%-ige Berufsunfähigkeit. Da die Alte Leipziger Lebensversicherung a.G. bedingungsgemäß auf eine Beitragsanpassung oder Kündigung bei unverschuldeter Anzeigepflichtverletzung (heute geregelt in § 19 VVG) verzichtet, erhält Nadine die vereinbarte monatliche BU-Rente in Höhe von 1000 €, auch wenn zum Zeitpunkt der Antragstellung schon Indizien auf die Erkrankung hindeuteten, die jedoch damals von den Ärzten und damit von der Antragstellerin fälschlicherweise als belanglos und nicht mitteilungsbedürftig eingestuft wurden.

Auch die Psyche kann erkranken

Maria L.* arbeitet als kaufmännische Angestellte am Empfang einer großen Rechtsanwaltskanzlei. Vor einem Jahr stellt ihr Arzt einen psychischen Erschöpfungszustand sowie eine depressive Verstimmung fest. Es folgt ein Klinikaufenthalt. Die 34-Jährige erhält antidepressive und stimmungsstabilisierende Medikamente. Doch Maria L. leidet auch danach unter massiven Persönlichkeits- und Konzentrationsstörungen. Die Mediziner bescheinigen: Sie ist zu 100 Prozent berufsunfähig.
Maria L. ist seit 2000 gegen Berufsunfähigkeit versichert. Dieser Fall ist jetzt eingetreten – sie erhält von der VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. die vereinbarte Monatsrente von 750 €.

Schwerbehindert nach Thrombose

Alles beginnt mit einer Venenthrombose im Unterschenkel. Seitdem hat der 33-jährige Dirk S.* Schmerzen beim Auftreten. Die Folge ist eine ständige Fehlbelastung, die Knochen und Gelenke beeinträchtigt und seine ohnehin bestehenden Rückenbeschwerden noch verschlimmert. Dirk S. hinkt stark, kann sich ohne Unterarmgehstützen nicht mehr fortbewegen. Tätigkeiten, die mit langem Sitzen, Stehen, Tragen oder Treppensteigen verbunden sind, sind nicht mehr möglich. Doch das muss er können, will er weiter als Bürokaufmann in einer Großhandelszentrale arbeiten. Dirk S. nimmt an einer Reha-Behandlung teil, nach der sich sein Zustand trotzdem nicht grundlegend bessert. Die Ärzte bescheinigen: Das wird voraussichtlich auch so bleiben. Dirk S. ist schwerbehindert.

Dirk S. hat 1997 eine Berufsunfähigkeitsversicherung beim VOLKSWOHL BUND abgeschlossen. Aus der erhält er eine monatliche Rente von über 1000 €. Zusammen mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente beträgt sein Einkommen über 1500 €.

Unverhofft kommt oft

Am 13.09.2000 beantragte der damals 33-jährige Michael K.* als angestellter Projektleiter einer Konzertagentur eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Zum diesem Zeitpunkt litt er unter keinen nennenswerten Vorerkrankungen. Am 18.09.2000 früh morgens klagte er über plötzliche Kopfschmerzen im Nackenbereich und ging ein paar Tage später zum Arzt, welcher eine sofortige Aufnahme in die Uniklinik veranlasste. Im dortigen CCT wurde eine Gehirnblutung festgestellt, dies wurde dem Versicherer erstmals am 25.09.2000 telefonisch angezeigt. Nach der ärztlicher Akutversorgung machte Michael K. eine medizinische Reha-Maßnahme und nach einer weiteren Rekonvaleszenzzeit von 10 Wochen sollte eine stufenweise Wiedereingliederung in den gewohnten Tätigkeitsbereich erfolgen. Doch er konnte seine letzte Tätigkeit nicht mehr aufnehmen, da er weiterhin unter Konzentrationsschwierigkeiten, Merkfähigkeitsstörungen und psychischen Problemen litt. Deshalb begann er dann eine Tätigkeit als Aushilfskraft in einem Landhandel.

Obwohl die Erkrankung noch vor Versicherungsbeginn aufgetreten war, hat die WWK Lebensversicherung a.G. im Rahmen ihres vorläufigen Versicherungsschutzes am 23.01.2001 die Berufsunfähigkeit anerkannt und rückwirkend ab 01.10.2000 Leistungen wegen Berufsunfähigkeit erbracht, ohne dass der Versicherte selbst jemals einen Beitrag zu diesem Vertrag entrichtet hatte! Die begonnene Tätigkeit als Aushilfskraft hatte keine Auswirkungen auf die BU-Rentenzahlungen, da diese Tätigkeit nicht seiner bisherigen Lebensstellung entsprach (vgl. konkrete Verweisung).

*Namen geändert