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Auf welche Besonderheiten müssen Studenten achten?

Studenten im Studium Das Risiko einer Berufsunfähigkeitsversicherung wächst zwar erst mit zunehmendem Alter. Trotzdem sollte man eine BU-Versicherung so zeitig wie möglich abschließen. Denn wenn sich erst einmal gesundheitliche Beschwerden eingestellt haben, wird es schwierig bis unmöglich, eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Ausschlüsse oder Risikozuschläge zu bekommen.

Außerdem hätten die meisten Studenten im Falle eines Falles auch keinerlei Ansprüche aus der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, da sie die versicherungstechnischen Voraussetzungen hierfür noch nicht erfüllen. Hierzu muss man nämlich in den letzten 5 Jahren vor Eintritt einer Erwerbsminderung mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung gezahlt haben.

Doch einige Versicherungsgesellschaften verwehren Studenten einen umfassenden Versicherungsschutz mit der Begründung, dass ein Student noch keinen „echten“ Beruf erlernt bzw. ausgeübt hat und deshalb keinen Berufsunfähigkeitsschutz im eigentlichen Sinne erhalten kann. Außerdem könne selbst nach Beendigung eines bestimmten Studienabschnitts (z.B. Vordiplom) immer noch nicht von einem klar fassbaren späteren Berufsbild ausgegangen werden. Diese Versicherer reduzieren den Versicherungsschutz für Studenten mittels einer Erwerbsunfähigkeitsklausel bis zum Abschluss des Studiums auf eine unzureichende Erwerbsunfähigkeitsversicherung. In diesem Fall würde der Versicherte bei einer Berufsunfähigkeit während des Studiums Leistungen nur dann erhalten, wenn er gar keine Tätigkeit regelmäßig für mindestens 3 Stunden täglich ausüben kann.

Aber dies müssen Sie nicht akzeptieren! Es gibt genügend Tarife, bei denen Sie sich auch als Student umfassend versichern können. So wird die Berufsunfähigkeit bei Studenten z.B. beim Komfort-Tarif der WWK Lebensversicherung a.G. wie folgt definiert (Stand 01/2015):

Bei Studenten liegt vollständige Berufsunfähigkeit vor, wenn die versicherte Person infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechenden Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich auf Dauer (mindestens sechs Monate) außer Stande ist, ihr zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalls absolviertes Studium an einer Hochschule, Fachhochschule oder vergleichbaren Ausbildungseinrichtung fortzusetzen und sie auch kein anderes Studium absolviert oder eine ihrem Studium entsprechende berufliche Tätigkeit ausübt. Als eine ihrem Studium entsprechende berufliche Tätigkeit wird dabei nur eine solche Tätigkeit angesehen, die keine deutlich geringeren Kenntnisse und Fähigkeiten erfordert und deren damit verbundene Lebensstellung aus finanzieller und sozialer Sicht der Lebensstellung entspricht, die regelmäßig mit dem erfolgreichen Abschluss des Studiums der versicherten Person erreicht wird.

Auch die folgende Definition der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung a.G. zur Berufsunfähigkeit bei Studenten (Stand 01/2015) ist studentenfreundlich:

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, voraussichtlich sechs Monate ununterbrochen außerstande ist, seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgestaltet war, auszuüben. Liegt ein Kräfteverfall im vorstehenden Sinne vor, leisten wir sowohl bei altersentsprechendem als auch bei mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall. Die Tätigkeiten von Hausfrauen/-männern, von Schülern, Studenten und Auszubildenden sehen wir als Beruf an. Wir verzichten auf eine abstrakte Verweisung.

Ein weiterer Aspekt ist die Höhe der versicherbaren BU-Rente. Einerseits begrenzen viele Versicherer die versicherbare monatliche BU-Rente für Studenten auf 1.000 bis 1.250 € – nur bei einzelnen Anbietern können sich Studenten bis 1.500 bzw. 2.000 € versichern. Andererseits können sich viele Studenten aber auch aus finanzieller Sicht noch keine BU-Rente in der später benötigten Höhe leisten. Wenn Sie also zunächst nur eine kleinere BU-Rente beantragen und diese später erhöhen wollen, sollten Sie auf den Einschluss einer Nachversicherungsgarantie achten. In diesem Fall kann der Versicherungsnehmer die BU-Rente zumindest zu bestimmten Anlässen (z.B. Abschluss des Studiums, Hochzeit, Geburt eines Kindes) ohne erneute Gesundheitsprüfung und bei einigen Tarifen sogar ohne erneute Risikoprüfung erhöhen. Letzteres ist natürlich empfehlenswerter, weil dann der BU-Versicherer auch bei der Nachversicherung den Beitragssatz nicht wegen einer risikoreicheren Berufstätigkeit oder eines neu hinzugekommenen Hobbys erhöhen kann.

Allerdings gibt es bei der Nachversicherung auch große Unterschiede bezüglich der Anlässe, der Höhe der möglichen Nachversicherung oder des Alters, bis zu dem eine Nachversicherung erfolgen kann. Einzelne Versicherer bieten zusätzlich auch eine anlassunabhängige Nachversicherungsgarantie zu bestimmten Zeitpunkten oder innerhalb bestimmter Zeiträume an. Deswegen sollte Sie hierzu genau auf die diesbezüglichen Versicherungsbedingungen des jeweiligen Tarifs achten.

Eine andere Möglichkeit zur Erhöhung der BU-Rente ist die Vereinbarung einer jährlichen Dynamik. Dabei kann die versicherte BU-Rente jährlich und ohne einen bestimmten Anlass um den vereinbarten Prozentsatz erhöht und so der laufenden Inflation angepasst werden. Natürlich erhöht sich nach einer Erhöhung der versicherten BU-Rente auch der zu zahlende Beitrag entsprechend der Erhöhung und dem inzwischen erreichten Alter der versicherten Person. Ein inzwischen ausgeübter, risikoreicherer Beruf oder ein solches Hobby wirken sich dabei jedoch nicht auf den Beitrag aus. Wird eine Dynamik in einem Jahr nicht gewünscht, kann man der Erhöhung auch jährlich widersprechen. Wird der Dynamisierung jedoch mehr als zweimal hintereinander widersprochen, erlischt bei den meisten Tarifen das Recht auf weitere Erhöhungen!

Fazit:

Auch wenn viele Versicherungsgesellschaften für die Zeit des Studiums nur einen Schutz im Falle einer Erwerbsunfähigkeit anbieten, sollten Sie derartige Angebote nicht akzeptieren. Es gibt genügend BU-Tarife, die auch für Studenten guten und preiswerten BU-Schutz sowie die Möglichkeit einer Nachversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung oder sogar ohne erneute Risikoprüfung anbieten. Deshalb sollten Sie sich von einem auf Berufsunfähigkeitsversicherungen spezialisierten Versicherungsmakler beraten lassen. Versicherungsmakler sind an keine Versicherungsgesellschaft gebunden und können dadurch – im Gegensatz zu einem Versicherungsvertreter – Tarife vieler Gesellschaften empfehlen und vermitteln.

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