Antworten auf die häufigsten Fragen zum Beitrag

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Fragen zum Beitrag zur BU-Versicherung

  1. Warum gibt es einen Tarifbeitrag und einen Zahlbeitrag - und welcher Beitrag wird nun tatsächlich von meinem Konto abgebucht?
    Nicht nur für die Antragsteller sondern auch für die Versicherungsgesellschaften ist das Thema Berufsunfähigkeit schwer kalkulierbar. Entsprechend vorsichtig kalkulieren die Versicherungsgesellschaften den Beitrag, so dass bei einem schlechten Risikoverlauf oder auch steigenden Verwaltungskosten die versicherten Leistungen erbracht werden können. Durch diese vorsichtige Kalkulation ergibt sich der Tarifbeitrag, der grundsätzlich für die gesamte Versicherungsdauer gilt.
     
    Werden nun weniger Versicherungsfälle gemeldet oder arbeitet die Versicherungsgesellschaft effektiver, entstehen Überschüsse, an denen die Versicherten entsprechend den gesetzlichen Vorschriften und Versicherungsbedingungen beteiligt werden. Empfehlenswert ist dabei die Verrechnung der Überschüsse in Form einer Beitragsverrechnung, d.h. der Tarifbeitrag wird mit einer Sofortgutschrift verrechnet, wodurch sich der jeweilige Zahlbeitrag ergibt. Der Zahlbeitrag ist also der Beitrag, der bei Erteilung einer Einzugsermächtigung vom Konto des Beitragszahlers abgebucht wird. Der Zahlbeitrag kann aber nicht für die gesamte Versicherungsdauer garantiert werden, da sich die Überschüsse während der Versicherungsdauer durchaus ändern können.
     
  2. Ist der Tarifbeitrag für die gesamte Versicherungsdauer garantiert?
    Grundsätzlich sollte es so sein, dass der Zahlbeitrag maximal bis zur Höhe des Tarifbeitrags steigen kann. Insofern könnte man annehmen, dass der Tarifbeitrag für die gesamte Versicherungsdauer garantiert wäre.
     
    Allerdings darf eine Versicherungsgesellschaft nach § 163 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) auch die Tarifbeiträge neu festsetzen, wenn
    1. sich der Leistungsbedarf nicht nur vorübergehend und nicht voraussehbar gegenüber den Rechnungsgrundlagen der vereinbarten Prämie geändert hat
    2. die nach den berichtigten Rechnungsgrundlagen neu festgesetzte Prämie angemessen und erforderlich ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Versicherungsleistung zu gewährleisten, und
    3. ein unabhängiger Treuhänder die Rechnungsgrundlagen und die Voraussetzungen der Nummern 1 und 2 überprüft und bestätigt hat.

     
    Insofern ist der Tarifbeitrag dann nur bei den BU-Tarifen garantiert, bei denen die Versicherungsgesellschaft auf die Anwendung des § 163 VVG bedingungsgemäß verzichtet. Aber was wird mit einem Versicherungsunternehmen passieren, das die Beiträge nicht erhöhen darf aber auch die Versicherungsleistungen dauerhaft nicht mehr erbringen kann? Wir wollen hoffen, dass diese Frage nur eine theoretische Frage bleibt.
     
  3. Bei welcher BU-Versicherung erhalte ich mein eingezahltes Geld zurück, falls bis zum Ablauf der Versicherungsdauer keine Berufsunfähigkeit eingetreten ist?
    Eigentlich bei keiner Versicherung! Denn die BU-Versicherung ist eine reine Risikoversicherung und mit den BU-Beiträgen aller Versicherten werden die BU-Renten der von Berufsunfähigkeit betroffenen Versicherten bezahlt.
     
    Aber wenn man nach Ablauf der Versicherungsdauer das sein eingezahltes Geld zurückbekommen würde, wäre das natürlich die perfekte BU-Versicherung und sicherlich superleicht an den Mann oder die Frau zu bringen. Das haben auch die Produktentwickler und Marketingexperten der Versicherungsgesellschaften erkannt und inzwischen verschiedene Varianten entwickelt, mit denen das Unmögliche scheinbar möglich wird, zum Beispiel:
    • Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen mit einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung als Hauptversicherung,
    • Berufsunfähigkeitsversicherungen mit verzinslicher Ansammlung der Überschüsse bzw. dem Schlussüberschuss oder
    • sogenannte „BU-Versicherungen mit Beitragsrückgewähr“.
       
    Doch all diese Varianten haben einen Haken. Der Versicherungsnehmer zahlt hier nämlich nicht nur den für die BU-Absicherung erforderlichen Risikoanteil, sondern darüber hinaus noch einen zusätzlichen Sparanteil, der über die Jahre Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaftet, damit nach Ablauf der Versicherungsdauer eine Auszahlung erfolgen kann. Und wenn man diese Schlussauszahlung z.B. als Beitragsrückzahlung deklariert, merkt der unaufmerksame Antragsteller bzw. Versicherungsnehmer gar nicht, dass er nun nur den zu viel gezahlten Beitrag und die damit erwirtschafteten Zinsen zurückerstattet bekommt.
     
    Nun wollen wir gar nicht erst die Höhe dieser Auszahlung im Verhältnis der über die gesamte Versicherungsdauer gezahlten Beiträge betrachten, denn da gibt es zweifellos große Unterschiede. Das Hauptproblem besteht vorrangig darin, dass der Versicherungsnehmer während der gesamten Versicherungsdauer einen höheren Beitrag zahlen muss und bei finanziellen Engpässen kaum Möglichkeiten hat, die relativ hohen Raten zu reduzieren ohne den wichtigen BU-Schutz zu verlieren bzw. zu reduzieren. Vergleichen Sie hierzu auch unsere Hinweise zur Kopplung von Altersvorsorge und BU-Schutz.
     
    Wesentlich günstiger ist der Abschluss einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung mit dem Überschuss-System „Beitragsverrechnung“. Wer darüber hinaus noch etwas ansparen möchte, kann dies durchaus in einem separaten Sparvertrag tun und bleibt in finanziell schwierigen Zeiten wesentlich flexibler. Ob man die spätere Auszahlung dann als selbst organisierte „Beitragsrückerstattung“ oder Altersvorsorge betrachtet, kann jeder für sich selbst entscheiden!
     
  4. Kann ich den Beitrag reduzieren, indem ich die Versicherungsdauer verkürze und nur die Leistungsdauer bis zum 65. Lebensjahr vereinbare?
    Prinzipiell ja - aber die dadurch erreichten Einsparungen stehen nach unserer Einschätzung in keinem Verhältnis zu den damit verbundenen Einschnitten beim BU-Schutz.
     
    Betrachten wir dies am Besten an einem konkreten Beispiel. Hierzu haben wir in der nachfolgenden Tabelle die monatlichen Zahlbeiträge für 1.500 € monatlicher BU-Rente eines 30-jährigen, Bürokaufmannes (Nichtraucher) mit 90%-iger Schreibtischtätigkeit zunächst für eine 35-jährige Versicherungs-/Leistungsdauer und danach für eine nur 30-jährige Versicherungs- aber ebenfalls 35-jährige Leistungsdauer gegenübergestellt (Tarifstand: 01.01.2013).
     
      monatlich zu zahlender Beitrag bei

    Gesellschaft / Tarif
    35-jähriger Versicherungs- und
    35-jähriger Leistungsdauer
    30-jähriger Versicherungs- und
    35-jähriger Leistungsdauer
    Stuttgarter / T91 M 62,56 € 60,24 €
    Alte Leipziger / BV10 63,82 € 61,77 €
    Volkswohl Bund / SBU 63,90 € 62,56 €
    AXA / BV 64,08 € 61,89 €
    Dialog / SBU pro 65,88 € 60,41 €
    LV 1871 / Golden SBU(L) 69,82 € 65,93 €
    HDI / EGO classic 72,46 € 69,19 €

     
    Die Beispiele zeigen, dass sich die monatlichen Zahlbeiträge durch die Verkürzung der Versicherungsdauer nur geringfügig reduzieren. Die Einschnitte beim BU-Schutz sind jedoch beträchtlich, denn gerade mit zunehmendem Alter steigt bekanntlich die Gefahr einer Berufsunfähigkeit. Und wird der o.g. Bürokaufmann beispielsweise im 62.  Lebensjahr berufsunfähig, würde er bei 35-jähriger Versicherungs- und Leistungsdauer noch für 3 Jahre monatlich 1.500 € BU-Rente (insgesamt also 54.000 €) erhalten. Bei der 30-jährigen Versicherungsdauer gänge er dagegen leer aus, denn die Berufsunfähigkeit wäre nach Ablauf der Versicherungsdauer eingetreten.
     
    Und sollte unser Bürokaufmann sich für die 35-jährige Versicherungs- und Leistungsdauer entschieden haben und zu seinem 60. Geburtstag feststellen, dass er finanziell gut abgesichert ist und die BU-Versicherung gar nicht mehr benötigt, kann er diese zumindest zum Ende eines jeden Versicherungsjahres kündigen und sich die weiteren Beitragszahlungen sparen.
     
    Hatte er sich dagegen für die 30-jährige Versicherungsdauer mit 35-jähriger Leistungsdauer entschieden und stellt zu seinem 60. Geburtstag fest, dass er den BU-Schutz sowohl aus finanzieller als auch aus gesundheitlicher Sicht noch benötigen würde, hat er kaum Chancen auf einen neuen, bezahlbaren Versicherungsschutz.
     
    Aus den hier dargestellten Gründen scheint es dann auch kaum verwunderlich, dass viele Versicherungsgesellschaften gar keine selbständige BU-Versicherung mit unterschiedlicher Versicherungs- und Leistungsdauer anbieten!
     
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