Wie werden eigentlich Eintrittsalter und Endalter ermittelt?

zuletzt aktualisiert am 24.08.2017

Der Beitrag für eine BU- oder Lebensversicherung hängt auch vom (versicherungstechnischen) Alter der versichertern Person zum Zeitpunkt des Versicherungsbeginns ab. Je früher man die Versicherung abschließt, desto niedriger ist der Beitrag. Doch die Versicherer berechnen das versicherungstechnische Alter recht unterschiedlich.

Die 2 häufigsten Berechnungsmethoden

Ermittlung nach dem Kalenderjahresverfahren

Dieses Verfahren wird von den meisten BU-Versicherern genutzt. Das Alter berechnet sich aus der Differenz des Kalenderjahres bei Vertragsbeginn und des Geburtsjahres der zu versichernden Person. Dadurch erhöht sich das versicherungstechnische Eintrittsalter für alle Personen immer zum Jahreswechsel.

Wer z.B. am 01.01.1987 geboren ist, hat bei einem Versicherungsbeginn in 2017 immer ein Eintrittsalter von 30 Jahren.

Diese Berechnungsvariante nutzen beispielsweise:

  • Alte Leipziger,
  • Condor,
  • Continentale,
  • HDI,
  • LV von 1871 und
  • Volkswohl Bund

Ermittlung nach dem Halbjahresverfahren

Auch dieses Verfahren wird von vielen BU-Versicherern (z.B. InterRisk, Stuttgarter, SwissLife, UniVersa, WWK und Zurich) genutzt. Dabei wird das Alter der zu versichernden Person zum Zeitpunkt des Versicherungsbeginns entweder auf- oder abgerundet. Das versicherungstechnische Eintrittsalter wird also schon 6 Monate vor dem eigentlichen Geburtstag ein Jahr höher.

Wer z.B. am 01.01.1987 geboren ist, hat bei einem Versicherungsbeginn in 2017 bis spätestens 01.07. ein Eintrittsalter von 30 Jahren – danach von 31 Jahren.

Diese Berechnungsvariante nutzen beispielsweise:

  • InterRisk,
  • Stuttgarter,
  • SwissLife,
  • UniVersa und
  • WWK

Nur wenige Versicherer nutzen das umgangssprachliche Alter nach vollendeten Lebenjahren (z.B.: Hannoversche, Canada Life und Nürnberger).

Probleme der unterschiedlichen Berechnungsvarianten in der Praxis

  • Manche Verbraucher schieben den Abschluss der Versicherung vor sich hin und wundern sich dann, wenn sich ihr (versicherungstechnisches) Eintrittsalter – und damit der Beitrag erhöht – hat, obwohl sie in der Zwischenzeit noch gar keinen Geburtstag hatten.
  • Vergleichsportale, die statt nach Geburtsdatum nach dem Eintrittsalter fragen, müssen zwangsläufig fehlerhafte Ergebnisse liefern. Denn ein und dieselbe Person kann bei verschiedenen Versicherern ein unterschiedliches Eintrittsalter haben.
  • Auch wenn ein BU-Versicherungsvergleich zwar nach dem Geburtsdatum – dann aber nach dem gewünschten Endalter fragt, kann nur Äpfel mit Birnen vergleichen, denn das Endalter wird nach den gleichen Schema unterschiedlich berechnet. Wer beispielsweise am 01.01.1987 geboren ist und bei einem Versicherungsbeginn zum 01.10.2017 eine Versicherungsdauer bis zum 65. Lebensjahr wünscht, erhält von der Continentale ein Angebot mit einer Versicherungsdauer von 35 Jahren. Bei der WWK wäre dagegen das versicherungstechnische Endalter von 65 Jahren bereits nach einer Versicherungsdauer von nur 34 Jahren erreicht.
Tipp

Achten Sie sowohl bei BU-Versicherungsvergleichen als auch bei einzelnen Angeboten immer darauf, dass immer das Geburtsdatum und die gewünschte Versicherungsdauer in Jahren bzw. ein konkretes Datum für das Vertragsende angegeben sind. Die Angaben von Eintritts- oder Endalter können falsche bzw. nicht vergleichbare Angebote zu Folge haben.

Meine abschließende Frage an die Versicherer:

Warum können sich die Versicherungsgesellschaften nicht auf ein einheitliches Verfahren zur Ermittlung des versicherungstechnischen Eintritt- und Endalters einigen? Eine Entscheidung für das umgangssprachliche (vollendete) Alter wäre für jeden logisch und nachvollziehbar!

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