22.12.2013

Warum Sie bei einer BU-Versicherung mit ärztlicher Untersuchung vorsichtig sein sollten!

Im Versicherungsantrag werden viele Fragen zum Gesundheitszustand bzw. Vorerkrankungen der zu versichernden Person gestellt. Diese sind in der Regel zeitlich befristet und beziehen sich bezüglich ambulanter Behandlungen meist auf die letzten 5 Jahre und bezüglich stationärer Aufenthalte auf die letzten 10 Jahre. Und diese Fragen sollten Sie unbedingt auch vollständig und wahrheitsgemäß beantworten. Anderenfalls könnte der Versicherer Ihnen später im BU-Fall eine Verletzung der „vorvertraglichen Anzeigepflicht“ vorwerfen und die Zahlung der BU-Rente verweigern.

Wenn Sie sich aber mit einer hohe BU-Rente (je nach Versicherungsgesellschaft ab 2.000 € bzw. 3.000 €) absichern wollen, dann fordert der Versicherer zusätzlich zur Beantwortung der Antragsfragen noch ein „Ärztliches Zeugnis“. Das klingt zunächst nicht dramatisch – zumal in der Regel der Versicherer die Kosten hierfür übernimmt. Trotzdem hat das Ärztliche Zeugnis einen Haken. Denn hier müssen Sie dann nochmals Fragen zu eventuellen Vorerkrankungen beantworten – und bei vielen Versicherern sind diese Fragen nicht zeitlich befristet (siehe folgenden Ausschnitt eines solchen Fragebogens). Auszug aus ärztlichem Zeugnis Es folgen dann noch weitere Fragen ohne zeitliche Befristung, die nach meiner Ansicht kein Mensch 100%-ig richtig beantworten kann:

  • Haben Sie jemals Unfälle, Verbrennungen oder Vergiftungen erlitten?
  • Fanden jemals Operationen (auch ambulante) statt oder sind diese vorgesehen/empfohlen?
  • Sind Sie jemals mit bildgebenden Verfahren untersucht worden, z. B. Sonographie, Röntgen, CT, Kernspin?
  • Nahmen/nehmen Sie regelmäßig oder wiederholt Medikamente?

Dabei ist bei dem oben dargstellten Formular noch lobenswert, dass mit dem Wort „jemals“ nochmals ausdrücklich auf die zeitlich unbefristete Fragestellung hingewiesen wird. Bei vielen Versicherern fehlt dieses ausdrückliche „Jemals“ – was aber nichts an der zeitlich unbefristeten Fragestellung ändert.

Also wenn ich mich an jede Blutdruckmessung mit erhöhtem Wert, jede Verletzung infolge eines Sport- oder Freizeitunfalls und auch noch an jedes gefertigte Röntgenbild seit meiner Kindheit erinnern soll, um meine vorvertragliche Anzeigepflicht zu erfüllen, dann erscheint mir dies unzumutbar. Und ab wann nehme ich eigentlich wiederholt Medikamente ein? Mit diesen Fragen könnte der Versicherer im Falle einer Berufsunfähigkeit immer etwas finden, um mir eine falsche oder unvollständige Beantwortung seiner Fragen zu unterstellen und die Zahlung der BU-Rente zu verweigern oder zumindest zu verzögern.

Was ich mir nicht zutraue, möchte ich auch Ihnen nicht zumuten. Aus diesem Grunde zeigt unser Online-Vergleich an, ob bei der gewünschten BU-Rente und dem jeweiligen Tarif die Beantwortung der zeitlich befristeten Antragsfragen ausreicht oder ob eine ärztliche Untersuchung (mit diesen zeitlich unbefristeten Fragen) erforderlich wird. Und ich empfehle auch Ihnen, eine Variante ohne ärztliches Zeugnis zu wählen.

Mehr dazu finden Sie unter meinem Tipp bei hoher BU-Rente.

1 Kommentar:

Frank Dietrich schreibt am 16.12.2015;

Sehr gut Herr Kollege 😊.
Auch ich splitte gerad, der Untersuchung wegen, denn es fehlt der VN an Zeit.
Viele Erfolge für Sie.
FD

Gerd Kemnitz antwortet am 16.12.2015;

Vielen Dank – auch Ihnen weiterhin viel Erfolg!


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